Zufriedenheit und Lebensfreude lernen – Anleitung, wie Sie Ihr Gehirn durch den Wohlfühlanker positiv programmieren

von  Franziska Luschas
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Es kann sein, dass unsere positiven Gefühle aufgrund vieler negativer Erfahrungen in den Hintergrund gedrängt worden sind.

Vor allem auch, weil wir gelernt haben, die Aufmerksamkeit auf Negatives, Dramen und Katastrophen zu richten.

Jedoch es ist möglich, die guten Gefühle in uns wieder zu entdecken, sie bewusst zu verstärken und zu genießen.

Was genau bringen uns aber positive Gefühle? Können sie uns zum Beispiel auch dabei helfen, unsere Probleme besser zu lösen?

Weniger Stress und mehr Resilienz durch gute Gefühle

Die bekannte Emotionsforscherin Barbara Frederickson hat herausgefunden, dass positive Emotionen negative Emotionen nicht nur abschwächen, sondern auch neutralisieren können.

Gute Laune und Freude erweitern zudem unseren Denk- und Handlungsspielraum (vgl. Frederickson, Broaden- und Build-Theorie), so dass wir gelassener mit Stress und Belastungen umgehen können.

Anstatt also auf Stress mit Anspannung, Überforderung, Hilflosigkeit oder Gereiztheit zu reagieren und in alte Gefühlsmuster zurückzufallen (= limbisches System), bleiben wir durch die Aktivierung von guten Gefühlen besser mit unserem PC (= Präfrontaler Cortex) verbunden.

Unser PC ist u. a. für vernünftiges, lösungsorientiertes, kreatives Denken verantwortlich.

So zeigte Frederickson in einer experimentellen Studie, dass die Teilnehmer mit positiven Emotionen die meisten Handlungsmöglichkeiten hatten.

Teilnehmer mit eher negativen Emotionen fanden hingegen kaum Handlungsmöglichkeiten, was ihren Entscheidungsspielraum stark einengte.

Gute Gefühle helfen uns aber nicht nur klarer zu denken und qualitativ bessere Entscheidungen zu treffen, sondern sie fördern auch unsere Resilienz (= psychische Widerstandskraft).

So sehen Menschen mit einer hohen Resilienz etwa Krisen oder Rückschläge häufiger als Herausforderungen. Sie denken in schwierigen Situationen optimistischer und lösungsorientierter.

Dabei können sie auf wichtige Ressourcen, wie beispielsweise Disziplin, Achtsamkeit, Entspannung, Humor oder Mitgefühl zurückgreifen.

Wie Sie sehen, lohnt es sich, positive Gefühle zu trainieren :-)

Warum wir nichts mehr Positives fühlen können

“Und wie ist es, wenn man sich über Dinge nicht erfreuen kann, die mal schön waren? Man denkt zwar daran, aber es kommt kein Gefühl zu stande.”, fragte mich neulich ein Mann auf Youtube.

Weil ich solche Fragen immer wieder gestellt bekomme, erkläre ich in diesem Artikel, was Sie tun können.

Auch im Video (siehe unten) beschreibe ich, wie Sie positive Gefühle systematisch trainieren können. Die Plastizität unseres Gehirns macht es möglich.

Denn so wie wir unser Gehirn regelmäßig benutzen, so formt es sich (Neuroplastizität).

Viele Menschen haben jedoch nicht gelernt, ihr Gehirn aktiv zu nutzen. Sie sind nicht Boss im Kopf und werden deshalb von ihren Programmierungen gedanklich und emotional durchs Leben gesteuert. Statt ihr Gehirn bewusst zu nutzen, reagieren sie oft rein automatisch auf bestimmte Personen und Umstände.

Anders formuliert: Sie werden von ihren automatischen Gedanken und Gefühlen kontrolliert und fallen vor allem im Stress schnell in alte (kindliche) Verhaltensmuster zurück.

Andere Menschen wiederum haben sich von ihren Gefühlen (Körper) abgeschnitten. Aus Angst vor negativen Emotionen haben sie sich in ihren Kopf zurückgezogen. Doch der Preis dafür ist hoch.

Denn sie können dann in der Regel auch die guten Gefühle nicht mehr spüren.

Das läuft jedoch nicht bewusst ab, sondern ist eine Art unreife Bewältigungsstrategie, die aufgrund vergangener (kindlicher) Verletzungen, Enttäuschungen, Zurückweisungen entstanden ist.

Kinder können mit starken (negativen) Emotionen noch nicht so gut umgehen, deshalb verdrängen sie diese oder entwickeln unpassende (kindliche) Bewältigungsstrategien.

Selbst als Erwachsene wissen wir oft nicht, wie wir konstruktiv mit intensiven Gefühlen umgehen können. Deshalb laufen die alten kindlichen Bewältigungsmuster in vielen Menschen – vor allem im Stress – automatisch ab. Da wird zum Beispiel getobt und rumgeschrien, weggerannt, gelogen, sich das Schlimmste ausgemalt oder sich angsterfüllt untergeordnet.

Was Sie tun können, wenn Sie nichts Positives fühlen können

Der Rückzug aus den (körperlichen) Gefühlen ist – wie bereits erwähnt – eine veraltete kindliche Strategie, die mehr Nach- als Vorteile mit sich bringt.

Und weil Sie diese Bewältigungsstrategie womöglich auch gelernt haben, können Sie sie auch wieder ver- bzw. umlernen.

Unser Körper drückt unter anderem unsere negativen und positiven Gefühle aus und verstärkt diese. Wenn Sie also Ihren Körper wieder mehr spüren können, dann können Sie auch Ihre Gefühle besser wahrnehmen.

Und wie machen Sie das?

Indem Sie beispielsweise jeden Morgen eine Achtsamkeitsübung, einen gedanklichen Body-Scan oder eine einfache Atemmeditation durchführen.

Führen Sie außerdem ein Dankbarkeitstagebuch oder ein Freude-Journal, damit Sie einen Blick fürs Positive bekommen. Machen Sie daraus am besten gleich eine kleine Meditation bzw. Achtsamkeitsübung, indem Sie an die positiven Erlebnisse nicht nur kurz denken.

Sondern erleben Sie die schönen Situationen auch noch einmal in Ihrer Vorstellung und zwar so lebendig wie möglich. Wie das genau geht, zeige ich Ihnen im Video weiter unten.

Aber unterschätzen Sie dabei Ihren Gedanken-Troll (= konditionierte Ich) nicht, der Sie von Ihren guten Gefühlen abbringen will. Sie erkennen ihn an solchen Gedanken wie: “Ich kann mir nichts Positives vorstellen”, “Ich stelle mir es zwar vor, aber ich kann nichts spüren” oder “Das ist alles viel zu anstrengend, das schaffe ich nie”.

Diese Gedanken mögen für Leute, die erst am Anfang von BossimKopf stehen, auch stimmen.

Aber weil unser Gehirn plastisch ist, kann es sich mit genügend Training ähnlich wie ein Muskel formen.

Viele Menschen sind beispielsweis häufig in ihren “Was wäre, wenn … (Schlimmes) passiert” Vorstellungen gefangen. Das haben Sie so gelernt und oft schon ihr ganzes Leben lang eingeübt.

Aber das gleiche Prinzip gilt auch für die positiven Erlebnisse in Ihrem Leben, die Sie sich mehr und mehr bewusst machen können.

Erinnern Sie sich zum Beispiel auch an die schönen Dinge in Ihrem Leben, was gut läuft, was schön ist oder wofür Sie dankbar sind.

Das können Sie lernen und zwar dadurch, dass Sie es täglich tun. Lenken Sie bewusst für einige Minuten (oder anfangs nur für ein paar Sekunden) Ihren Fokus drauf, so dass Ihre Vorstellungskraft für das Schöne in Ihrem Leben wachsen kann.

Sie werden feststellen, dass Sie mit regelmäßiger Übung wieder Zugang zu Ihren positiven Erlebnissen und den damit verbundenen guten Gefühlen bekommen.

Allerdings ist das ein schrittweiser Prozess. Es ist nicht wie bei einem Lichtschalter anknipsen und schon brennt das Licht. So funktioniert unser Gehirn nicht. Sie können jedoch Ihr Gehirn wie einen Muskel wieder auf das Gute, das Positive, auf Wohlgefühle programmieren.  

Reservieren Sie sich deshalb täglich 5 bis 10 Minuten (und später vielleicht mehr) für positive Erinnerungen bzw. Erlebnisse.

Und verlieren Sie dabei Ihren Troll nicht aus den Augen, der Ihnen viele Gründe nennen wird, warum sich der Aufwand nicht lohnt oder warum das bei Ihnen nicht klappt.

Denn vielleicht wissen Sie schon, dass der Troll gute Gefühle vermeidet, weil er sonst schrumpfen würde. Seine Nahrung besteht nämlich hauptsächlich aus negativen Gefühlen.

Das BossImKopf Video: Wie Sie Ihr Gehirn auf inneren  Frieden und Lebensfreude umprogrammieren können

Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, Ihr Gehirn “positiv” auf gute Gefühle zu programmieren.

Wie das geht, zeige ich Ihnen hier in diesem BossImKopf Video aus Jena von der Kunitzburg.

Sie erfahren auch,

  • wie Sie selbständig einen Wohlfühl-Anker installieren können.
  • dass schon jeder etwas Positives erlebt hat.
  • wie Sie sich leichter an etwas Schönes erinnern können.
  • wie Sie sich etwas Positives vorstellen können.
  • dass Sie gute Gefühle trainieren können.
  • welche Vorteile ein Friedens-oder Freude-Journal bzw. Dankbarkeits-Tagebuch hat.
  • dass Sie Ihr Gehirn ins Positive “umprogrammieren” können.
  • wie Sie besser mit Stress umgehen können.
  • wie Sie gelassener, glücklicher, innerlich ruhiger und dankbarer werden können.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie weiter dran, denn der richtige Weg lohnt sich :-)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

Kommentare

  1. Ines schreibt:

    Liebe Frau Luschas,

    kann man den Wohlfühlanker nur dann setzen, wenn man sich die Situation in Erinnerung ruft oder auch schon, wenn man in der Situation ist?

    Es grüßt Sie herzlich

    Ines

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Ines,

      beides geht :)

      Viele Grüße

  2. Bettina schreibt:

    Hallo! Ich finde überall Videos und Hinweise zu einem Dankbarkeitstagebuch, aber nirgendwo eine Erläuterung, wie man es führt. Auch in diesem Video erzählen sie, dass es eine Verlinkung dazu gibt, aber ich finde nichts entsprechendes. Können sie mir dabei helfen? Vielen Dank!

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