Wie Sie die Wurzel negativer Gedanken und Gefühle erkennen und verändern können

“Und was ist daran so schlimm?”
Diese Frage ist meines Erachtens Gold wert, denn sie führt uns zu unseren tiefer liegenden (meist unbewussten) Überzeugungen, die dafür verantwortlich sind, was wir denken, wie wir uns fühlen und uns verhalten.
Aus der wissenschaftlich fundierten Kognitiven Verhaltenstherapie wissen wir beispielsweise, dass ein – über längere Zeit wiederholtes – negatives Denken, Fühlen und Verhalten zu Angst-, Zwangsstörungen oder sogar Depression führen kann.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, erfahren Sie jetzt, wie Sie zu den “Wurzeln” Ihrer negativen Gedanken kommen und sie kritisch überprüfen können.
Wie Sie negative Gedanken schnell erkennen können
Probieren Sie diese einfache Selbstbeobachtungsmethode am besten gleich aus, indem Sie dieses kurze Experiment durchführen.
Denken Sie an etwas Unangenehmes, was Sie noch nicht mit der X Prozess Grundtechnik bearbeitet haben
Das kann eine Erinnerung, wie ein Streit oder eine Vorstellung sein, wie eine bevorstehende Prüfung.
Spüren Sie irgendeine Anspannung, sind Sie verärgert oder besorgt?
Stellen Sie sich dann die Frage: “Was denke ich gerade darüber?” und horchen Sie in sich hinein.
Typische Antworten sind beispielsweise: “Er hätte mehr zu mir halten müssen.”; “Sie wollte wieder alles zerreden.” oder “Und wenn ich die Prüfung nicht schaffe.”, “Ich kann mich nicht genug konzentrieren.”
Solche Gedanken nennt man in der Kognitiven Verhaltenstherapie auch automatische Gedanken, denn sie kommen und gehen meist so schnell, dass wir sie normalerweise gar nicht bemerken.
Der automatische Gedanke der 48-jährigen Bürokauffrau Petra, die kurz vor ihrer Heilpraktiker (Psychotherapie) Prüfung steht, lautet beispielsweise: “Und wenn ich mich an nichts mehr erinnern kann?”
Solche Gedanken hat sie schon seit ihrer Schulzeit, erinnert sich Petra.
Wie Sie die Wurzeln Ihrer negativen Gedanken finden
Wir wollen jedoch die Wurzel dieses automatischen Gedankens finden. Also fragen wir weiter: “Und was ist so schlimm daran?”
Ähnliche Fragen, die uns ebenfalls zu dem dahinterliegenden Gedanken führen können, sind:
- Und was wäre dann?
- Was würde das für Sie bedeuten?
- Und wenn das stimmt, was dann?
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Dann falle ich durch.”
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Was ist, wenn mich meine Arbeitskollegin danach fragt?”
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Das ist mir so peinlich?”
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Dann merkt sie, wie dumm ich wirklich bin.”
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Sie nimmt mich nicht mehr ernst.”
Ich: “Und was ist daran so schlimm?”
Petra: “Ich fühle mich wertlos.”
Nach mehrmaligen Nachfragen kam heraus, dass Petra dieses tiefsitzende Gefühl der Wertlosigkeit bereits von ihrer Grundschulzeit her kannte. Aus diesem Grund hatte sie sich bisher auch gegen verantwortungsvollere, interne Stellenangebote entschieden.
Solche fest verwurzelte Überzeugungen werden normalerweise früh im Leben erworben.
Durch entsprechende Situationen (Schule, Job) und Menschen (Eltern, Partner) gefestigt und ziehen sich durchs ganze Leben, es sei denn, sie werden bewusst erkannt und gezielt bearbeitet.
Wie Sie negative Gedanken wirksam unterbrechen
Als BossImKopf Leserin kennen Sie wahrscheinlich bereits einige ihrer typischen, automatischen Gedanken. Und vielleicht haben Sie auch schon festgestellt, dass es nicht genügt, die negativen (Kern-)Gedanken zu erkennen, damit sie sich irgendwann und irgendwie “auflösen”.
So funktioniert Ihr Gehirn nämlich in der Realität nicht.
Erst, wenn Sie Ihre negativen Gedanken regelmäßig, systematisch unterbrechen und durch hilfreichere ersetzen, verändern sich auch die neuronalen Strukturen in Ihrem Gehirn (= Neuroplastizität).
Das ist zunächst mit etwas Anstrengung verbunden, denn viele Menschen haben wissen nicht, wie sie ihre Gedanken beobachten und gezielt zu unterbrechen können (= Boss im Kopf sein).
Die effizienteste Methode zur Musterunterbrechung, die ich kenne, ist die X Prozess Grundtechnik.
Wenn Sie mehr Zeit erübrigen können, empfehle ich Ihnen zusätzlich The Work von Byron Katie, eine Selbstbefragungsmethode, mit der Sie Ihre negativen Gedanken bzw. Kernüberzeugungen systematisch überprüfen können.
Wichtiger als was Sie machen, um alte negative Muster zu bearbeiten, ist das WIE.
Konkret heißt das, wenden Sie den X Prozess und/oder The Work konzentriert und täglich an, damit Sie zunehmend klarer, gelassener und lösungsorientiertere denken, fühlen und handeln
BossImKopf Video – An die Wurzel allen Übels – Wie Sie Ihrer Angst auf die Schliche kommen
In diesem BossImKopf Video verrate ich Ihnen heute an zwei Beispielen, welche zentralen Glaubenssätze z.B. hinter Unzufriedenheit in der Partnerschaft stecken können.
Außerdem erfahren Sie, wie Sie diese “versteckten” Überzeugungen beuwsst machen und verändern können.
Entdecken Sie in diesem Video,
- wie wir unsere Ängste häufig unbewusst auf andere projizieren.
- einen Grund, warum manche Menschen ungerne Hilfe annehmen.
- dass viele Menschen Angst vorm Alleinsein haben.
- wie Ihnen die Frage “Und was ist daran so schlimm?” hilft, Ihre ursächlichen Überzeugungen (Motor des negativen Denkens) zu finden.
- wie Sie mit The Work von Byron Katie negative Gedanken systematisch überprüfen können.
- warum wir so oft gegen etwas oder jemanden ankämpfen.
Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)
Franziska Luschas
Diplom Psychologin
P.S.
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P.P.S.
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Liebe Frau Luschas,
Vilen Dank fürs heutige Video. Schon seit einem Jahr bekomme ich Newsletter von Ihnen und Ihre Beiträge haben mir sehr geholfen. Ich habe Schulterverspannungen und bekomme Kopfweh, wenn ich im Stress von der Arbeit bin. Aber ich mache Vorschritte, dank ihren Beiträgen. Obwohl mein Problem noch nicht gelöst ist, habe ich viel mehr Kontrolle und weniger Angst von dem. Ich finde immer wieder grosse Unterstützung in Ihren Videos.
Liebe Grüsse aus Dübendorf,
Olesja
Hallo Frau Popova,
ich freue mich über Ihre wertvolle Erfahrung hier auf BossImKopf
Damit machen Sie anderen Mut, beharrlich am Richtigen und Wichtigen dranzubleiben. Auch wird deutlich, dass echte und tief gehende Veränderung Zeit braucht.
Das Leben wird uns immer wieder vor neuen Herausforderungen stellen, die wir jedoch aus einem Zustand von weniger Angst, mehr Klarheit und Gelassenheit einfacher und lösungsorienierter bewältigen können.
Bleiben Sie weiterhin dran, auch besonders dann, wenn es schwer fällt!
Herzliche Grüße in die Schweiz
Franziska Luschas