Wie sich Schwarz-Weiß-Denken negativ auf Ihre Gefühle und Verhalten auswirkt

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Auf mein Video, “Statt sich ärgern gelassen bleiben, aber wie? “, erhielt ich u.a. diesen Kommentar:

“Aber man kann sich doch nicht alles gefallen lassen und immer so hinnehmen?”

Da ich auf meine “weniger-ärgern- bzw. Gelassenheitsvideos” häufiger solche und ähnliche Kommentare bekomme, habe ich kurzerhand ein Video dazu gedreht.

Keine Veränderung durch Entweder-Oder Denken

 “Aber man kann sich doch nicht alles gefallen lassen und immer so hinnehmen?”

Wenn Sie diesen Satz aufmerksam lesen, dann finden Sie gleich zwei Wörter, die auf ein extremes Denken hinweisen: “alles” und “immer”.

In der wissenschaftlich fundierten KVT (Kognitive Verhaltenstherapie) werden Wörter wie “alles”, “immer”, “überall”, “jeder”, “nie”, “jedes Mal” usw. auch dem Schwarz-Weiß-Denken zugeordnet.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass diese Art des Denkens zu psychischem Stress führt. Deshalb sprechen die Gründerväter der Kognitiven Therapien, wie A. Beck oder A. Ellis, hier auch von Denkfehlern bzw. dysfunktionalem Denken.

Und die wissenschaftlich vielfach belegte Kernaussage der Kognitiven Therapien lautet: So wie wir gewohnheitsmäßig denken, so fühlen wir uns.

Demnach führt ein einseitiges Entweder-Oder-Denken oftmals zu negativen Gefühlen, wodurch wiederum häufig ein unüberlegtes oder kindisches Verhalten (Reaktionen) ausgelöst wird.

Diese Überbleibsel aus der Kindheit werden vor allem dann aktiviert, wenn wir unter Stress stehen (uns z.B. angegriffen fühlen, Angst haben oder uns aufregen).

Wie Sie auch im Stress entspannt bleiben können

Gerade aber in belastenden Situationen ist derjenige, der überwiegend entspannt bleibt und entsprechend zielführend bzw. vernünftig handeln kann, klar im Vorteil. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass wir unsere extremen Gedanken frühzeitig erkennen und das alte Muster bewusst unterbrechen.

Die meisten Menschen wissen jedoch in der Regel nicht, dass sie extrem, irrational bzw. dysfunktional denken, weil sie es nicht anders kennen und außerdem machen das ja “alle” so.

Deshalb frage ich in meiner Antwort auf den o.g. Kommentar zunächst nach der Realität, die häufig nicht mit unseren gewohnten Schlussfolgerungen übereinstimmt, weil diese in der Regel einseitig konditioniert, unlogisch bzw. fehlerhaft sind.

Und “falsche” Gedanken (z.B. “Da kann ja jeder mit mir machen, was er will”) lösen gewöhnlich “falsche” Gefühle (z.B. Ärger, Wut) aus, die oftmals zu kindlichen Reaktionsmustern (z.B. Rumbrüllen, Stinkefinger zeigen) führen.

Deshalb habe ich auf die Frage, “Aber man kann sich doch nicht alles gefallen lassen und immer so hinnehmen?”, geantwortet:

“Wo sage ich denn im Video, dass man sich alles gefallen lassen und immer so hinnehmen muss? Denn das sehe ich so wie Sie :-) Jedoch kann ich aus einem ruhigeren, vernünftigeren und gelasseneren Zustand heraus wesentlich besser, lösungsorientierter Denken und Handeln. Bspw. habe ich die Polizei angerufen, als ich vor einigen Wochen sah, dass ein Passant von einem Hund attackiert wurde. Die waren schnell da, klärten die Sache freundlich, aber bestimmt.”

Neben dem Realitätsabgleich gebe ich auch ein konkretes Beispiel für eine konstruktivere Sowohl-Als-Auch Sichtweise.

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BossImKopf Video: Akzeptieren bzw. gelassen sein heißt nicht, sich alles gefallen zu lassen

Damit Sie in einer stressigen Situation auch die Nerven behalten und lösungsorientiert handeln können, ist jedoch ein Mindestmaß an Gelassenheit sowie Bewusstheit notwendig.

Ein kindisches “Alles-Oder-Nichts-Denken” bringt uns da nicht wirklich weiter, deshalb erzähle ich Ihnen im folgenden BossImKopf Video, was Sie in kritischen Situationen tun können.

Und außerdem erfahren Sie,

  • wie Sie Ärger schnell und einfach mit der X Prozess Grundtechnik abbauen können.
  • dass ein Zustand der Entspanntheit und Gelassenheit nicht dasselbe ist, wie sich alles gefallen zu lassen.
  • dass Sie keinen Ärger oder Wut brauchen, um in einer problematischen Situation vernünftig zu handeln.
  • dass es normal ist, auch mal kurze Zeit ärgerlich oder wütend zu sein.
  • warum wütende Menschen nicht mehr klar denken und handeln können.
  • wie der Hirnfahrstuhl (vgl. Gerald Hüther) funktioniert.
  • dass der Troll bevorzugt in Extremen (Entweder … Oder …) denkt.
  • dass Entweder-Oder-Denken häufig einem kindlichen Bewusstsein entspricht.
  • dass viele Menschen häufig in extremen schwarz-weiß Kategorien denken, fühlen und sich verhalten.
  • dass ein unreifes, extremes Denken in der Regel zu unreifen Emotionen und Reaktionen führt.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Gedanken   

Kommentare

  1. Petra schreibt:

    Ich war danach sogar fähig, nach der Übung mich körperlich zu betätigen. War undenkbar heute

    • Franziska Luschas schreibt:

      Wenn die X Prozess Entspannung schon nach kurzer Zeit diese positive Wirkung zeigt, dann machen Sie am besten regelmäßig weiter damit :-)

      Viel Erfolg und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich.

  2. Petra schreibt:

    Liebe Frau Luschas ich hab das mit dem Klopfen ausprobiert wegen Panik und es geht bisschen besser. Ich benutz paar andere Worte aber es lenkt aus der doofen Situation tatsächlich ab.Den Video oben find ich auch gut. Und werde daran denken bevor ich das nächste Mal explodiere. Herzliche Grüße Petra