Wie Schmerzkörper und Ihr falsches Ich (cEGO) Sie immer wieder unglücklich machen

Im Laufe der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen die Vergangenheit für ihr Unglück verantwortlich machen.

“Wenn meine Eltern mehr an mich geglaubt hätten, dann hätte etwas aus mir werden können.”, “Meine Mutter ist schuld, dass ich keine Gefühle zeigen kann.”, “Hätte er mich nicht so oft geschlagen, wäre ich heute selbstbewusster.”

Für diese Menschen ist die Vergangenheit manchmal noch sehr lebendig, obwohl sie lange vorbei und die Eltern vielleicht schon tot sind.

Innerlich sind sie noch immer das verletzte, enttäuschte, ungerecht behandelte und gedemütigte Kind, was vor allem dann aktiviert wird, wenn jemand/etwas sie zum Beispiel an den gewalttätigen Vater oder an die hilflose Mutter erinnert.

Bewusst ist das diesen Menschen in der Regel nicht und so projizieren sie ihre Wut, ihre Ängste und Hilflosigkeit auf andere Menschen und Situationen und verbreiten ihr Unglücklich sein in die Welt.

Wie sich Ihr falsches Ich (cEGO) und Ihr Schmerzkörper gegenseitig nähren und verstärken

Ich kann mich noch sehr genau an eine junge, hübsche und intelligente junge Dame erinnern, die ich vor etlichen Jahren durch ihr Abitur begleitete. Obwohl Eva zu den Klassenbesten gehörte, war sie von derart starken Selbstzweifeln geplagt, dass sie ernsthaft befürchtete, dass Abitur nicht zu schaffen.

In der Schule war sie beliebt, sie hatte gute Freundinnen und einen sympathischen jungen Mann als Freund, der sie liebte.

Doch unabhängig, wie erfolgreich sie war, was sie auch erreichte, es fühlte sich nicht richtig an.

Ihr Troll (cEGO) flüsterte ihr immer wieder ein, dass sie unmöglich das Abitur schaffen könne, dass ihre Maske von den anderen bald durchschaut und sie dann als Betrügerin dastehen würde …

Solche schwachen Momente waren für ihren Schmerzkörper ein gefundenes Fressen und er breitete sich sofort – in Form von Minderwertigkeits- und Ohnmachtsgefühlen, Ängsten und Panik – in ihr aus.

Der Troll (das falsche Ich) wiederum wurde durch diese starken negativen Gefühle in seiner erdachten Identität (“Das bin ich und meine Geschichte”) bestärkt und redete seiner Wirtin (Eva) ein:

“Du bist durchtrieben und schlecht, das wusste schon deine Mutter. Du lügst anderen etwas vor. Du hast kein Recht, glücklich zu sein.”

Die lange Kette des Unglücklichseins – Von unglücklichen Eltern zu unglücklichen Kindern

Ein normales Kind kommt in der Regel nicht unglücklich auf die Welt, sondern es macht viele gute und schlechte Erfahrungen und lernt darauf zu reagieren (= Konditionierung).

Evas Mutter zum Beispiel erinnert sich an eine eher unglückliche Kindheit. Sie konnte es ihren Eltern nie recht machen und wurde häufig bestraft, ohne dass sie wusste warum. Oftmals wurde sie von den überforderten Eltern (Evas Großeltern) zu einer jähzornigen Tante abgeschoben, die sie ebenfalls schlug.

Nach außen hin entwickelte sich Evas Mutter dennoch zu einer jungen, attraktiven Frau. Sie erlernte einen Beruf und heiratete jung. Doch der alte Schmerz brach immer wieder hervor, besonders in Kontakt mit den Eltern oder wenn sie das Gefühl hatte, jemand kritisiere sie.

Mit Evas Geburt rissen auch die alten emotionalen Wunden wieder verstärkt auf (= aktiver Schmerzkörper) und die überforderte Mutter projizierte (übertrug) ihre verdrängten Gefühle der eigenen Unzulänglichkeit und ohnmächtigen Wut auf ihre Tochter Eva.

Die heftigen Wutausbrüche der Mutter wechselten sich mit starken Schuld- und Schamgefühlen gegenüber der Tochter ab. In diesen Momenten flehte sie Ihre Tochter um Vergebung an. So ging das ungefähr 12 Jahre lang. Aber vor allem Evas innere Stärke (= Resilienz) und ihre guten Freunde, auf die sie sich verlassen konnte, verhinderten, dass sie daran emotional zerbrach. 

Dieses Fallbeispiel ist zwar drastisch, aber dadurch einprägsam und es verdeutlicht, was passieren kann, wenn wir den emotionalen Teufelskreis unserer Kindheit nicht immer wieder unterbrechen und Schritt für Schritt auflösen.

Der erste Schritt aus dem Unglücklichsein heraus ist, dass Sie sich bewusst machen, dass auch Sie einen Schmerzkörper (= vergangener angesammelter Schmerz) und einen Troll (falsches Ich) in sich haben, die dafür sorgen, dass sich das Leid aus der Vergangenheit in der einen oder anderen Weise wiederholt.

Wie Sie sich von cEGO und Schmerzkörper mit genügend Achtsamkeit immer mehr befreien können

Um sich aus den Fängen des cleveren Duos (Troll und Schmerzkörper) immer mehr zu befreien, müssen Sie zunächst erst einmal wissen, mit wem oder was Sie es zu tun haben.

Den Troll erkennen Sie an der Stimme in Ihrem Kopf, die ständig bewertet, kommentiert, vergleicht, alles schon weiß und die sich häufig gegen etwas im Widerstand befindet oder gegen etwas ankämpft.

Dieses falsche Selbst liefert Ihnen “gute” Argumente, warum Sie so weitermachen sollten, wie bisher. Es rechtfertigt Ihr gewohntes Verhalten oder sucht ständig nach neuen und oberflächlichen Ablenkungen, damit sich an Ihrem Leben auch ja nichts dauerhaft verändert.

Fangen Sie deshalb an, Ihre Gedanken aus sicherer Distanz zu beobachten, ohne sich in die jeweilige Geschichte hineinziehen zu lassen.

Dazu müssen Sie sehr achtsam (bewusst) bleiben, indem Sie zum Beispiel einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit in Ihre Hände, Füße oder Ihren Atem lenken.

Erfahrungsgemäß wird das nicht sofort klappen, sondern Sie müssen Ihre Achtsamkeit immer wieder trainieren.

Ähnlich verhält es sich mit dem Schmerzkörper, denn negative Gefühle haben einen noch viel größeren Sog als Gedanken.

Wenn Sie ein unangenehmes Gefühl in Ihrem Körper aufsteigen spüren, dann beobachten Sie es, indem Sie es nicht bewerten, wie “Ich will das nicht”, “Jetzt geht das schon wieder los”. Mit diesem Widerstand stärken Sie Ihren Schmerzkörper und Troll erneut. Und lassen Sie sich von Ihrem Troll nichts anderes einreden ;-)

Der Troll liebt es, Sie mit seinen problematischen Geschichten über Sie und andere in seinen Bann zu ziehen.

Erinnern Sie sich daran, wie unglücklich sich Eva und ihre Mutter in ihrer erdachten Welt fühlten, obwohl das wahre Leben viel freundlicher zu ihnen war?

BossImKopf Video – Wie der Troll und Schmerzkörper Sie ein Leben lang im Unglücklich sein gefangen halten

In diesem 2. Video zur “Troll-Serie Cuxhaven”, im Watt, erfahren Sie,

  • dass fast jeder Mensch einen Troll (unechtes Selbst) in sich trägt.
  • dass der Troll Sie nur kontrollieren kann, wenn Sie nicht bewusst bzw. achtsam genug sind.
  • was es heißt, wirklich bewusst zu sein.
  • dass es einen Unterschied macht, ob Sie einen Gedanken haben oder der Gedanke sind.
  • dass wir in alte Gewohnheiten zurückfallen, wenn uns der Troll oder das konditionierte EGO (cEGO) beherrscht.
  • wie sich das cEGO und auch der Schmerzkörper aus vergangenen Schmerz und kindlichen Bewältigungsversuchen entwickelt hat.
  • was der Schmerzkörper (siehe auch Eckhart Tolle) überhaupt ist.
  • wie Ihr Schmerzkörper im Laufe des Lebens immer größer wird, wenn Sie nicht bewusster werden.
  • warum sich das falsche Selbst und der Schmerzkörper gegenseitig verstärken.
  • wie wir die Troll- und Schmerzkörper Energie auch nutzen können, um bewusster zu werden, positiver zu denken und uns besser zu fühlen.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :-)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Troll   

Kommentare

  1. Lea schreibt:

    Hallo Frau Luschas , Zurzeit befinde ich mich auch in so einer Situation. Und zwar in meiner Beziehung, das ich meine Freundin nicht lieben würde. Es ist ein dauernder Kreislauf meines Kopfes der mir immer wieder die selben Dinge sagt und dadurch entsteht ein unfassbares ekliges Gefühl im Bauch. - ich liebe sie nicht – immer wieder das selbe. Haben sie einen Tipp für mich ? Ich weis das ich das nicht bin , aber manchmal fühlen sich die Gedanken und die Gefühle so unfassbar echt an , das ich Angst bekomme und an mir selber zweifle. Ich merke immer wieder wie ich von etwas nach hinten gezogen werde. Und verfalle dem Strom. Und fühle mich so schlecht damit. Ich mache die ganzen Übungen und versuche das alles zu aktzeptieren aber mein Kopf sagt mir sehr oft das ich mir das alles nur einrede und das garnicht so ist!

    Muss dazu sagen wurde in meiner letzten Beziehung sehr fies hintergangen.. und allgemein sehr viele fiese Dinge mit Beziehung erlebt.

    Befinde mich seid Ende März in diesem Zustand , es ist besser geworden. Doch der letzte weg fehlt mir , besonders morgens ist es schlimm. Ich möchte mich nicht von meiner Freundin trennen! Ich spüre sie, manchmal mehr manchmal weniger. Ich hatte so eine Zustand noch nie, es ist das erste mal und es macht mir schwer zu schaffen denn anfangs konnte ich nicht schlafen Und auch nicht essen und hab mich auf nichts freuen können. Doch langsam geht es , doch wenn ich mich dann ‚normal‘ fühle frag ich mich dann wieder ob das was ich jetzt fühle liebe ist. Weis garnicht mehr was richtig und was falsch ist. Ich bin verzweifelt.

    LG Lea

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Lea,

      ich könnte Ihnen empfehlen, Boss im Kopf zu werden, aber das geht nicht von heute auf morgen.

      Gerade bei (sehr) schmerzhaften Erfahrungen kann anfangs eine professionelle Unterstützung hilfreich sein.

      Hier kann ich Ihnen ggf. einen von uns ausgebildeten Spezialisten empfehlen, der schon vielen Menschen mit solchen Problemen weitergeholfen hat.

      Viele Grüße aus dem schönen Fürth

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