Wenn Sie dem Troll Aufmerksamkeit schenken, stärken Sie das konditionierte Ich (Ego)

von  Franziska Luschas

Nicht umsonst werden Leute, die im Internet bei anderen Menschen emotionale Reaktionen provozieren, Trolle genannt.

Wenn ein Troll “trollt”, wird im Allgemeinen empfohlen, Ruhe zu bewahren anstatt sich auf die “Trollerei” einzulassen, denn sonst füttern Sie diesen Troll.

Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem eigenen Troll, dem programmierten (= konditionierten), gedanklich aufgebauten Ich in uns, was wie ein Kind häufig nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sucht.

Der Troll (Ego) will Aufmerksamkeit

Wenn Sie aufmerksam durchs Leben gehen, dann ist Ihnen wahrscheinlich auch schon aufgefallen, dass sich Menschen um Sie herum ab und zu seltsam benehmen.

Da fängt jemand plötzlich das Pfeifen oder Hüsteln an, lacht schrill auf, lässt etwas runterfallen oder brummt auf einmal vor sich hin.

Manchmal beobachte ich Menschen, deren Verhalten sich beispielsweise mit dem Eintreten in den Supermarkt abrupt verändert und die mit ihrer “guten Laune” lautstark das gesamte Supermarkt Personal samt Kundschaft unterhalten.

Ich nehme das kurz zur Kenntnis, ohne dieses Verhalten zu bewerten und gehe noch bewusster in den jetzigen Moment, indem ich beispielsweise meinen Atem spüre und mich voll und ganz auf meine Füße oder den Einkauf konzentriere.  

Menschen, die auf die Trollerei (fast) nicht reagieren, sind übrigens für die meisten Trolle eine besondere Herausforderung.

Um auch die Aufmerksamkeit dieser Menschen zu bekommen, fragen hartnäckige Trolle zum Beispiel nach der Gemüseabteilung oder ob man dieses Produkt auch schon probiert hat …

Der Troll ist weder gut noch böse, sondern unbewusst

“Aber das ist doch nicht böse gemeint”, verteidigt jetzt vielleicht Ihr Troll dieses “normale” Verhalten. 

Nein, das ist es nicht, aber es ist unbewusst.

Derjenige verhält sich nicht absichtlich so. Sondern er wird automatisch von alten, oftmals kindlichen Programmen gesteuert, die insb. im Zusammentreffen mit anderen Menschen praktisch hinter seinem Rücken aktiviert werden.

Hier zwischen Gut und Böse zu unterscheiden ist es meines Erachtens wenig hilfreich. Sie können jedoch solche Situationen gezielt nutzen, um noch bewusster zu werden.

Dann haben Sie auch eine Wahl. Nämlich, ob Sie dieses kindliche Verhalten beachten möchten oder nicht.

Denn wenn Sie automatisch auf solche kindlichen Muster reagieren, dann stärken Sie auch Ihren Troll, weil er sich in solchen Situationen ebenfalls beachtet, angenommen oder respektiert fühlt.

Achten Sie deshalb besonders auf gewohnte Gefühle, wie Unmut, Ärger, oberflächliche Freude oder Überdreht sein, v.a. wenn Sie wieder unter Menschen sind.

Versuchen Sie durch bewusstes Atmen wieder ins Hier und Jetzt zu kommen und beobachten Sie aufmerksam, was gerade in Ihnen abläuft, möglichst ohne es zu bewerten oder zu analysieren.  

BiK Video: Warum Sie entspannter leben, wenn Sie den Troll (Ego) in sich und anderen nicht füttern

Weil der Troll jedoch ziemlich clever ist und fast die ganze Zeit Ihr Denken und Fühlen beeinflusst (wenn Sie nicht bewusst genug sind), merken Sie dieses “normale” Troll-Verhalten oftmals gar nicht.

Deshalb habe ich im schönen Garmisch-Partenkirchen ein Video zum Troll gedreht.

Denn wenn Ihnen mehr und mehr bewusst wird, dass Sie und andere einen Troll haben, dann können Sie das gedanklich “programmierte” Ich auch Schritt für Schritt so verändern, dass Sie die Kontrolle über Ihren Gedanken-Troll übernehmen und ihn zu einem liebenswerten, hilfreichen, ja sogar weisen Troll erziehen.

Anders formuliert: Sie beginnen den Troll zu kontrollieren, damit er Sie nicht mehr mit den zahlreichen, häufig nicht mehr nützlichen Mustern und Programmen hinter Ihrem Rücken – automatisch und unbemerkt – so stark beeinflussen kann.

Das bedeutet, dass Sie Schritt für Schritt die Kontrolle über Ihre Gedanken übernehmen und mehr Boss im Kopf werden :-)

In diesem BossImKopf Troll-Video erfahren Sie,

  • was der Troll ist.
  • dass viele Trolle nach Aufmerksamkeit und Anerkennung haschen.
  • dass es die Wunderpille bei Angst nicht gibt.
  • dass Sie, wenn Sie Ihre Angst verringern möchten, regelmäßig etwas dafür tun müssen.
  • dass es im Umgang mit negativen Menschen hilfreich ist, noch mehr ins Hier und Jetzt zu kommen.
  • dass jeder “normale” Mensch einen Troll in sich hat.
  • dass das unglückliche Selbst in uns regelmäßig Drama produziert, um sich immer wieder zu erneuern.
  • dass unzufriedene Menschen häufig so lange trollen, bis ihr Umfeld in irgendeiner Form auf sie reagiert.
  • was Sie tun können, um den Troll weder in sich noch in anderen zu füttern.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Christine schreibt:

    Mir hat ihr Video gut gefallen. Vor allem die Naturkulisse wirkt sehr beruhigen und motivierend. Ich glaube aber, dass der Troll ja schon gerne positive Aufmerksamkeit erregen würde…. Da er die allerdings nicht bekommt, stänkert er. Und auf ausgetretenen Bahnen läuft es sich besser. Gerade ältere männliche Trolle tun sich da mit dem Umdenken oder Umlenken schwer. Da mich das Video wirklich sehr amüsiert hat, würde ich mir für das nächste Trollvideo eine große Illustration vom Troll wünschen. Danke vielmals :-)

    • Franziska Luschas schreibt:

      Danke für Ihr Feedback, Christine :-)

  2. Gabriele schreibt:

    Vielen Dank für die Videos mit den prima umsetzbaren Anleitungen! Damit kann man sich wirklich Jahre auf der Analytiker Couch sparen. Eine Frage hätte ich: wie verhält es sich, wenn das Hier und Jetzt z.B. Schmerzen oder eine real beängstigende Situation ist (vor einer OP zum Beispiel). Wenn es einem da hilft, aus der Situation, also dem Hier und Jetzt rauszugehen und in Gedanken woanders hinzugehen, dann ist man ja nicht mehr im Hier und Jetzt, fühlt sich aber durch Eintauchen in diese Gedankenwelt besser und hat weniger Angst. Also, ich will damit sagen: manchmal helfen einem Gedanken ja auch, eine schlimme Hier und Jetzt Situation besser zu ertragen. Und das wäre dann doch eher ein”positiver, hilfreicher Troll im Kopf”, den man doch nicht loswerden sollte, oder?

    • Franziska Luschas schreibt:

      Ja, wie Sie schon gut erkannt haben, geht es nicht um kindliches Entweder-oder Denken/Verhalten, sondern um ein gereiftes, vernünftiges und hilfreiches Sowohl-als-auch Denken/Verhalten im Leben, was dann aus meiner Erfahrung heraus auch zu einer höheren Lebensqualität führen kann.

      Schmerzen, sind durch Annehmen/Aktzeptieren und ohne “zusätzliche Geschichte” im Kopf in der Regel leichter zu ertragen bzw. wir können damit dann besser umgehen und realistischere Lösungen finden.

      Ich empfehle Ihnen auch diesen BossImKopf Artikel: Akzeptieren Sie das (zunächst) Unveränderliche, um mehr Energie und Kraft für Veränderungen zu haben

      Viel Erfolg beim Boss im Kopf werden :-)