Warum wir unseren eigenen Gedanken häufig mehr glauben als der Realität

Den Satz, “Das hätte ich nicht gedacht”, höre ich öfters, wenn ich unterwegs bin. Er erinnert mich daran, wie oft wir von unseren falschen Gedanken überzeugt sind.

Es gibt Menschen, die ihre Gedanken in Richtung Realität korrigieren, wenn sie nicht mit dem Erlebten (= relative Wirklichkeit) übereinstimmen.

[Relativ deshalb, weil auch unsere persönliche Wahrnehmung durch unseren Gedankenfilter mehr oder weniger verzerrt ist.]

Viele Menschen biegen ihre “Realität” jedoch so hin, dass sie wieder zu ihren gewohnten Überzeugungen und Werten passt (vgl. kognitive Dissonanz).

Warum wir so denken, wie wir denken

Umso jünger wir sind, desto weniger klar sind unsere Vorstellungen von uns, von anderen und der Welt. Babys beispielsweise sind noch nicht von sich enttäuscht, wenn sie nicht “perfekt” sitzen oder krabbeln können ;-)

Ihnen fehlt es an Erfahrungen. Ihr Denken ist kaum entwickelt, so dass ihre Erwartungshaltung kaum oder gar nicht ausgeprägt ist.

Doch bereits ab dem frühen Kindesalter entwickeln wir aufgrund unserer gemachten Erfahrungen eine immer genauere Vorstellung davon, wer wir und die anderen sind bzw. wie die Welt anscheinend “ist” (= persönliche Sichtweise).

Dieser von der Vergangenheit konditionierte Gedankenfilter verzerrt jedoch nicht nur unsere (Selbst-)Wahrnehmung. Er engt auch die Welt, wie wir sie erleben, zunehmend ein. Das wiederum bestätigt und festigt unsere (alten) Überzeugungen und Glaubensgrundsätze.

Dazu einige Beispiele:

“Ich bin schwach. Ich bin blöd. Ich muss jedem helfen. Ich muss von allen anerkannt werden. Keiner liebt mich. Ich bin schlecht. Immer blamiere ich mich vor den anderen. Andere nutzen mich nur aus (machen sich über mich lustig). Keiner akzeptiert mich. Ich bin langweilig. Ich muss immer freundlich sein, damit ich gut behandelt werde.” usw.

Je nach Lernerfahrungen, Erziehung und Persönlichkeit gibt es andererseits Menschen, die stark von sich überzeugt sind: “Ich bin cleverer als andere. Alle anderen sind dumm. Ich kann das am besten. Alle respektieren mich. Nur ich kann das schaffen.” etc.

Wenn die eigenen Gedanken nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen

Manchmal stimmen unsere Überzeugungen aber nicht mit unseren Erfahrungen überein.

Ein Mensch, der bspw. glaubt, schlechter als andere zu sein (= Überzeugung), wird sich auch gegen ein ernst gemeintes Lob oder positives Feedback (= Erfahrung) sträuben.

Vielleicht bringt er noch ein angestrengtes Danke zustande, gleichzeitig fallen ihm jedoch etliche Gründe ein, warum das Lob falsch ist. 

Beispiele: “Der will mich nur aufmuntern. Das macht sie nur aus Mitleid. Er macht sich bestimmt lustig über mich.”

Das unangenehme Gefühl, das er dabei verspürt, bestätigt darüber hinaus seine Überzeugung, schlecht zu sein (= emotionale Beweisführung).

Um ihre gewohnte Sicht auf die Welt (und sich selbst) nicht zu gefährden, verändern viele Menschen ihre “Realität”.

Sie verändern also nicht ihre Gedanken, wenn sich diese als falsch erweisen, sondern sie verändern die von ihnen wahrgenommene Wirklichkeit.

Eine Weiterentwicklung ist auf diesem Weg jedoch kaum möglich.

Und so erleben die Betroffenen immer wieder die gleichen Probleme und Konflikte mit dem Partner, im Geschäft oder mit anderen Menschen.

Das muss jedoch nicht so bleiben.

Alternativ können Sie zum Beispiel anfangen, Ihre Gedanken zu beobachten und zu hinterfragen, auch wenn es zunächst ungewohnt ist.

Was Sie konkret tun können, erfahren Sie in fast allen Artikeln und Videos auf BossImKopf sowie im folgenden Video von Uwe Luschas.

BossImKopf Video: Falsche oder wahre Gedanken und wie Sie sie unterscheiden können

Ich empfehle Ihnen außerdem meine Troll Seite, insb. wenn Sie wissen wollen, warum wir häufig an unseren negativen Überzeugungen festhalten, obwohl sie uns blockieren und unser Leben schwer machen.

In diesem Video erfahren Sie,

  • dass etliche Leute vieles anzweifeln, aber häufig nicht ihre eigenen Gedanken.
  • was ein WOPer ist :-)
  • dass der X Prozess als gute Entspannungsmethode schon vielen Menschen geholfen hat.
  • dass die eigenen Gedanken in der Regel als wahr empfunden werden.
  • dass viele Menschen ihre Gedanken für die einzige Wahrheit halten und dementsprechend auch nicht kritisch hinterfragen.
  • dass alle Gedanken Einfluss auf unserem Körper haben (“Der Körper hört immer mit”).
  • dass sich unser Körper verspannt, wenn wir negative Gedanken haben.
  • dass positive Gedanken eher zu einem entspannten Körper führen.
  • wie Sie Ihre (gewohnten) Gedanken an der Realität testen können.
  • dass die meisten Menschen nicht Ihre Gedanken (Überzeugungen, Meinungen, Glaubensgrundsätze) korrigieren, wenn sich diese als falsch erweisen, sondern “die Realität”.
  • wie Sie stressfreier (realitätsnäher) denken lernen.
  • dass viele Menschen glauben, dass eine gut funktionierende Methode / Lösung kompliziert sein muss.
  • warum wir häufig Dinge nicht ausprobieren oder uns etwas zutrauen.
  • warum wir glauben, dass unsere Gedanken wahr oder richtig sind.
  • wie wir beginnen können, unsere (oftmals automatisch gelernten) Gedanken anzuzweifeln.
  • dass unsere Gedanken unsere Gefühle beeinflussen.
  • wie unser Körper auf stressige Gedanken reagiert.
  • wie sich viele Menschen selbst Stress machen.
  • wie negative Gedanken unsere Schlafqualität verringern.
  • warum es sinnvoll ist, Stress erzeugende Gedanken systematisch zu hinterfragen und durch realistischere Gedanken zu ersetzen.
  • mit welchen einfachen Fragen Sie erkennen können, ob Ihre Gedanken wahr sind.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Gedanken   

Kommentare

  1. Heike schreibt:

    Hallo,
    vielen Dank für den Beitrag der heute sehr richtig für mich kam!

    Diese WOPer lösen in mir unbändige Wut in mir aus und ich bin schnell genervt was man mir dann auch anmerkt…wie gehe ich mit der Situation um?
    Ich will niemanden belehren und oder Diskussionen auslösen… Ich will am liebsten mit den Leuten im hier und jetzt die Natur oder was gerade anliegt genießen…
    Aber das gelingt mir nur semi gut weil mich dieses Schwadrolieren/Belehrungen/Bevormundungen nervt ohne Ende…

    “Die Anderen sollten nicht schwadronieren weil mich das nervt” …Ist das wahr?

    Oder sollte ich sagen das ich jetzt einfach gerne die Umgebung genießen will…? Oft merke ich das aber zu spät um es freundlich zu sagen und dann mache das was ich an anderen nicht mag…

    Hätten Sie da einen Rat für mich wie da besser mit umgehen kann…?

    Ich bin soooo froh das Ihren Kanal und Sie und Ihre Frau gibt!!! 100000 Dank!

    Viele Grüße Heike