Problem verstanden, Problem gelöst?

“Aber ich muss doch mein Problem erst analysieren und verstehen, damit ich es auch lösen kann”, höre ich immer wieder von Menschen, die schon seit Jahren unter ihren negativen Gedanken und Gefühlen leiden.
Ich stellte jedoch fest, dass die zwanghafte Beschäftigung mit dem Problem häufig dazu führt, dass Angst, Grübeln, die Geschichte im Kopf etc. dadurch eher noch verstärkt anstatt verringert werden.”
Warum das so ist und was Sie tun können, erfahren Sie weiter unten im BossImKopf Video.
Probleme verstehen ist etwas anderes als sie zu lösen
Regelmäßig bekomme ich E-Mails und Kommentare, in denen mir Menschen berichten, dass sie zwar viel über ihre Probleme wissen, aber ihre Probleme dadurch nicht kleiner geworden sind.
Oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall.
Oder man könnte auch sagen, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken, das wächst.
Etwas moderner formuliert es die Neurobiologie: So wie Sie Ihr Gehirn regelmäßig benutzen, so formt es sich.
“(…) Ich bin 30 Jahre alt und habe eine starke Angststörung (Angst vor Kontrollverlust und teilweise Zwangsgedanken) und bin seit zwei Jahren in Therapie. Ich weiß was die Auslöser sind, ich weiß woher das kommt, ich weiß dass diese Gedanken im Grunde ‘Papiertiger’ sind, ich weiß dass ich mein Gehirn trainieren kann (…) Ich beschäftige mich sehr viel mit diesen Themen und auch dem Buddhismus und Psychologie allgemein. (…) Ich bin täglich unter so enormen Psychischen Stress, dass sich das nun in meinem Blutbild bemerkbar gemacht hat und mein Immunsystem geschwächt ist. Deshalb fällt es mir sehr schwer meinen alltäglichen Aufgaben nachzugehen und ‘einfach’ zu leben.”
“(…) Da ich auch im Studium mit psychoanalytischer Lektüre konfrontiert bin, dachte ich, dass dies genau das richtige für mein neurotisches Problem ist. Ich leide nämlich seit etwa 10 Jahren unter immer stärker werdender psychosomatischer Übelkeit, die sich nicht selten bis zum Erbrechen steigert. Sie quält mich vor allem dann, wenn ich mit anderen Menschen zusammentreffe. Klausuren sind auch schrecklich. (…) Ich bin der Analyse erheblich dankbar, dass ich so viel über mich erfahren habe und so selbstreflexiv sein kann. Allerdings – Mein Symptom besteht noch immer. Und es ist quälend. (…)”
In der E-Mail und im Kommentar wird deutlich, dass es oftmals nicht genügt, im Verstehen steckenzubleiben, sondern dass Sie auch ins wichtige und richtige Tun kommen.
Problem erkennen, akzeptieren und ins TUN kommen
Diesen neuen Kommentar erhielt ich vor einigen Tagen auf BossImKopf.de zu meinem Beitrag Warum es nicht reicht, Probleme zu verstehen oder darüber zu reden, um sie auch zu lösen:
“Ja, das stimmt!!!
Ich gehöre auch zu denjenigen, die Fachbücher und Ratgeber verschlungen haben, diverse Therapieversuche hinter sich hat, immer wieder die alten Töpfe aufgemacht hat, in der Hoffnung, damit das Problem endlich lösen zu können. Alles ohne Erfolg.
Zwar dachte ich zwischenzeitlich, endlich DIE Ursache für mein Problem gefunden zu haben und es deshalb von nun an anders machen zu können. Doch leider haben sich, auch wenn es zunächst nach einem Durchbruch aussah, die Fehler doch nur wiederholt.
Ich bin inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, daß das Ergründen der Ursache für die eigenen Probleme zwar insofern hilfreich sein kann, als daß man es dann besser abschließen kann. Dabei ist es vollkommen egal, WAS man letztlich als die Ursache annimmt (schadhaftes Reaktionsmuster, schlechtes Karma, whatever), Hauptsache, es erscheint einem selbst stimmig, so daß man es akzeptieren kann.
Hat man es erstmal akzeptiert, dann wird es Zeit für den nächsten Schritt: Sich vom Problem abwenden, es abschließen, vergessen, egal sein lassen. Und einfach wieder anfangen zu leben.”
Oder anders ausgedrückt: Von nichts kommt nichts
BiK Video: Ich muss doch mein Problem analysieren und verstehen, damit ich es auch lösen kann, oder?
Mit diesem BossImKopf Video möchte ich Sie motivieren, ins richtige und wichtige Tun zu kommen, praktisch etwas anderes als bisher zu machen, damit sich die alten, negativen Muster in Ihrem Gehirn Schritt für Schritt verändern können.
In diesem BossImKopf Video erfahren Sie,
- warum unser Drang, Probleme zu analysieren und zu verstehen so stark ist.
- dass es die absolute Wahrheit in der Psychologie nicht gibt.
- dass selbst nachvollziehbare und logische Gründe für ein Problem bestenfalls Halbwahrheiten sind.
- dass alle (durch den konditionierten Verstand) erdachten Ursachen für ein psychisches Problem nur verschiedene Theorien sind, die mehr oder weniger wahr sein können.
- dass durch das “richtige” Verständnis über die Entstehung von Angst die Angst nicht einfach verschwindet.
- wie Ihr Troll (= konditioniertes Ich, Ego) durch gedankliche Geschichten weiter wächst und noch mehr Leid schafft.
- dass Ihr Leben alleine durch das Ergründen von Problemen nicht besser wird.
- wie der Gedanken-Troll Ihre Aufmerksamkeit immer wieder in die Vergangenheit (oder Zukunft) zieht.
- wie Sie alte Muster im Kopf verändern können.
- dass Ihr Gehirn ähnlich wie ein Muskel trainiert werden kann (= Neuroplastizität).
- warum viele Menschen (unbewusst) an Ihren Geschichten hängen.
- wie Ihr Troll (programmiertes Ich) Sie ganz geschickt sabotiert und manipuliert und Ihre Aufmerksamkeit immer wieder in die alten problematischen Gedanken hineinzieht.
Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)
Franziska Luschas
Diplom Psychologin
PSEmpfehlungKommentarGoogleplus]
LiebeFrau Luschas, aus ihren Videos habe ich erkannt, das der Troll um negative Gedanken Dramen dreht die mich zum grübeln verleiten. Wenn ich amXProzess dran bleibe, würde mir das helfen? Liebe Grüsse und Danke, Marianne
Hallo Marianne,
die XProzess Entspannung hat schon vielen Menschen geholfen, probieren Sie es einfach aus
Eine systematische Anleitung finden Sie bspw. auch im Buch von Anja Altmeyer, “Glückwärts gehen”.
Viel Erfolg.
Liebe Frau Luschas, ich suche ständig bei mir, Schuld zu sein und denke über vergangene Ereignisse nach und grübel und grübel und grübel. Ist das auch der Troll? Wäre für mich sehr wichtig zu wissen. Da ist immer eine Stimme in mir die sagt: Da warst du nicht aufmerksam genug, das war falsch…….. Das sind sehr quälende Gedanken und beziehen sich auf Themen mit meinen Liebsten. Ist das der Troll? Danke für’s lesen, liebe Grüsse, Marianne
Hallo Marianne,
da ich den Troll als “konditioniertes Ego” bzw. alte negative “Programmierungen” definiere, gehört das Grübeln auch dazu. Doch dieses Wissen ist nur ein Erklärungsansatz und kann ggf. vorübergehend Erleichterung verschaffen. Aber es ändert typischerweise nicht wirklich etwas.
Deshalb empfehle ich bei hartnäckigem Grübeln und Schuldgefühlen bzw. schlechtem Gewissen professionelle Unterstützung wie etwa die Kognitive Verhaltenstherapie, die sich bei solchen Dingen bewährt hat.
Alles Gute für Sie und viel Erfolg.