Warum durch Grübeln und Sorgen Probleme häufig erst entstehen oder größer anstatt kleiner werden

von  Franziska Luschas
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Die 38-jährige Geschäftsfrau, die mich wegen ihrer Ängste und Schlafstörungen aufsucht, nickt in meine Richtung:

„Aber ich muss doch erst richtig darüber nachdenken, damit ich zu einer Lösung komme.“

Das hört sich auf den ersten Blick vernünftig an, zumindest für den Troll (das konditionierte Ich) in uns, der durch (vorgestellte) Probleme stärker und größer wird.

Nach meiner Erfahrung führt zu viel Nachdenken jedoch oftmals in eine negative Gedankenspirale aus Grübeln, Was-wäre-wenn- bzw. Katastrophen-Denken oder sich Sorgen machen.

Wenn zu viel Nachdenken zu krank machendem Grübeln führt

Beispielsweise kann ich mich noch gut an eine depressive Patientin erinnern, als ich vor vielen Jahren als Psychologie-Studentin ein Praktikum bei einem erfahrenen Psychotherapeuten hier in Fürth machte.

Wie so oft, saß ich in der Sitzung dabei und machte Notizen, als er zu der bedrückten Dame sagte: „Immer wieder über Probleme nachzudenken, ohne zu einer Lösung zu kommen, nennt man auch Grübeln.“

Ich war überrascht.

Bis dahin hatte ich immer geglaubt, dass man nur genügend über ein Problem nachdenken müsste, bis man endlich die richtige Lösung findet. Ich war davon so überzeugt, dass ich diesen Gedanken nie in Frage gestellt hatte.

Als ich meine Überzeugung jedoch an der Realität testete, stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass ich mir ebenfalls oft „Was-wäre-wenn Probleme“ vorstellte.

Die Begründung meines Trolls schien nur logisch: „Aber ich muss doch auf alles Mögliche vorbereitet sein.“

Wie negativ sich solche unüberprüften Annahmen auf unsere Gedanken, Gefühle und vor allem auf unser Verhalten auswirken, zeige ich Ihnen im Video am Beispiel eines jungen Mannes, der sich Sorgen macht, dass er seiner neuen Arbeit nicht gewachsen ist.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Wie Sie konstruktives Nachdenken und Grübeln unterscheiden

Schreiben Sie sich einen typischen Grübelgedanken auf, also einen Gedanken, der automatisch immer wieder in Ihnen hochkommt.

Häufig sind das Ängste und Befürchtungen wie zum Beispiel “Was ist, wenn ich mich blamiere.”, “Was, wenn sie nicht mehr mit mir redet.”, “Was, wenn ich versage.”, “Was, wenn er mich betrügt …” usw.

Beantworten Sie jetzt die folgenden Fragen, ohne dass sich Ihr Troll (die gewohnte innere Stimme) zu sehr einmischt, indem Sie zum Beispiel zusätzlich Ihren Atem oder Ihre Füße spüren.

Achten Sie auf eventuelle Widerstände in Form von Rechtfertigungen (Ja, aber), den Drang, die Fragen zu überspringen („weil sie eh nichts bringen; uninteressant sind; Sie das nicht betrifft“) oder „es wichtigere Dinge gibt“, über die Sie jetzt unbedingt nachdenken müssen:

  • Wie lange (Tage, Monate) denken Sie schon über dieses Problem nach?
  • Hat sich dadurch etwas zum Positiven verändert oder sind Sie einer Lösung näher gekommen?
  • Welche Gedanken und Gefühle zieht Ihr Grübeln nach sich?
  • Wie fühlt sich Ihr Körper dabei an?
  • Wie wirkt sich das Grübeln auf Ihre Beziehungen aus?
  • Haben Sie überhaupt die Möglichkeit (Fähigkeit, Einfluss und Mittel), das Problem zu lösen?
  • Können Sie das Problem jetzt sofort lösen?

Sicherlich haben Sie es schon geahnt. Wenn der Gedanke hauptsächlich Stress in Ihnen verursacht und nicht zur Lösung des Problems beiträgt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Grübeln.

Und wie Sie Grübeln bzw. Sorgen schnell und wirksam unterbrechen können, erfahren Sie weiter oben im Video.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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