The Work Anleitung mit dem Gedanken: Andere können mich nicht leiden

Heute möchte ich Ihnen anhand eines (anonymisierten) Email-Auszugs den wichtigen Zusammenhang zwischen negativem Denken und Fühlen erklären. Die relevanten Aussagen habe ich hier fett markiert:

“(…) ich habe nun mit einigen Sätzen The Work gemacht und merke, dass ich mich selbst wohl überhaupt nicht leiden kann. Ich denke, ich mache alles falsch und alles was ich mache ist nicht gut genug.

Zudem denke ich bei Freunden oft, das sie nur aus Mitleid mit mir befreundet sind und mich doch gar nicht leiden können (…). Mein Gefühl gibt mir dann auch noch recht, (…)”

“Falsche” Gedanken führen zu “falschen” Gefühlen

Auch wenn dieses Wissen schon mindestens 2000 Jahre alt ist (vgl. Epiktet), bestätigt uns die moderne (Neuro-)Wissenschaft erst seit wenigen Jahren, dass negatives Denken zu negativem Emotionen führt.

Das bestätigt auch die zentrale Botschaft der wissenschaftlich fundierten Kognitiven Verhaltenstherapie: Es sind nicht so sehr bestimmten Situationen oder Personen, die uns schlecht fühlen lassen, sondern wie wir darüber denken.

Die Art, wie wir denken ist größtenteils durch unsere gemachten Erfahrungen (u.a. Erziehung, Schule, Gesellschaft, Kultur) geprägt. Entsprechend sehen wir die Welt und alles darin durch unseren gelernten Gedankenfilter.

So wie Heike (Name geändert), die Verfasserin der obigen E-Mail glaubt, dass sie alles falsch macht oder, dass ihre Freunde sie gar nicht leiden können.

Menschen, die so denken, fühlen sich häufig unzulänglich, traurig, abgelehnt, enttäuscht oder wertlos.

Erinnern Sie sich: Negative Gedanken lösen negative Gefühle aus.

Ein Teufelskreis: Die falschen Gefühle bestätigen wiederum die Richtigkeit der falschen Gedanken

Mein Gefühl gibt mir dann auch noch recht, (…), berichtet Heike weiter.

Das Gefühl der Minderwertigkeit oder Ablehnung, das Heike anschließend spürt, bestätigt die “Wahrheit” ihrer Gedanken (z.B. Die können mich nicht leiden).

Spätestens jetzt wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Denn die negativen Gefühle färben unser Denken noch negativer.

Das Ergebnis: Die Geschichten in unserem Kopf werden zunehmend düsterer und verlieren zunehmend den Bezug zur Realität. Trotzdem machen sie für uns Sinn, weil wir uns ja so fühlen.

Merken Sie sich am besten:

“Falsche” Gedanken führen zu “falschen” Gefühlen. Diese wiederum verstärken das negative Denken, was weitere negative Gedanken hervorruft.

[In der Kognitiven Verhaltenstherapie nennt man das nicht umsonst "Denkfehler". Genauer gesagt: emotionale Beweisführung.]

Eine Möglichkeit, wie Sie sich aus dieser negativen Abwärtsspirale befreien können, ist das regelmäßige Überprüfen Stress auslösender Gedanken.

Wie Sie Ihre eigenen negativen Gedanken systematisch und einfach hinterfragen können, erfahren Sie hier im nachfolgenden Video.  

BossImKopf Video: Wie Sie negative Gedanken mit den 4 Fragen von The Work überprüfen

In diesem BossImKopf Video erfahren Sie,

  • das Gedankenlesen ein häufiger Denkfehler ist, der negative Gefühle nach sich zieht.
  • was passiert, wenn Sie ihren Gedanken unkritisch glauben.
  • das alle gemachten Erfahrungen in unser GUB (= gigantisches Unterbewusstsein) sinken und unser Denken, Fühlen und Verhalten (in der Regel unbewusst) beeinflussen.
  • dass in der Kognitiven Verhaltenstherapie negative, Stress auslösende Gedanken systematisch überprüft werden.
  • warum es wichtig ist, dass Sie alle Fragen von The Work sorgfältig beantworten.
  • warum das bewusste Unterbrechen negativer Gedanken und Gefühle nichts mit Verdrängen zu tun hat.
  • wie Ihnen die X Prozess Entspannung dabei helfen kann, alte negative Muster zu verringern.
  • an einem Beispiel, wie Sie die Umdrehungen einfach machen können.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  TheWork   

Kommentare

  1. Emely schreibt:

    Liebe Franziska!

    Erst einmal vielen Dank für deine tolle und sehr wertvolle Arbeit!:)
    Ich würde die Kommentarfunktion hier gerne kurz nutzen um einen Themenwunsch zu äußern, ich hoffe dies ist in Ordnung.

    Ich bin eigentlich jemand, der nie Probleme mit Prüfungsangst oder Redeangst hatte und sich auch mit Noten nicht unter Druck gesetzt hat, aber seit ich Studentin bin hat sich dies mit Verlauf des Studiums plötzlich um nahezu 180 Grad gewendet.
    Ich habe ungefähr seit ein paar Monaten nach dem Studienbeginn eine unangenehme Anspannung in mir, die automatisch zunimmt, sobald ich an mein Studium denke oder z.B. am Campus oder in den Vorelsungen bin. Auch bei Vorträgen bin ich viel nervöser als noch vor ca. zwei Jahren in der Schule.

    Ich mag mein Studienfach sehr und ist mir auch der Abschluss in diesem Bereich wichtig, umso mehr belastet es mich, dass ich so reagiere und mache mir Vorwürfe, da es mir so vorkommt, dass andere viel lockerer damit umgehen können als ich.

    Ich bin schon dabei zu üben, mehr auf meinen Troll zu achten, aber ich finde bisher hier auch keine eindeutigen Dinge, da ich nach wie vor niemand bin dem sehr gute Noten viel bedeuten, auch wenn ich es durchaus schaffe Sie zu erreichen.

    Ich hatte vor einigen Jahren Probleme mit Ängsten, war dort auch in Therapie und seitdem ist in allen anderen Bereichen alles in Ordnung, Anspannung entsteht nur bei Dingen die mit dem Studium zu tun haben und ich frage mich wirklich, ob ich eventuell unbewusst vielleicht überfordert bin oder Versagensängste habe und ich den Troll diesbezüglich noch nicht “erwischt” habe.

    Es wäre super, wenn Sie zu diesem Thema ein paar Tipps geben könnten, da Sie bestimmt auch einige Studenten auf Ihrem Kanal haben und ich mir nicht so ganz vorstellen kann, die Einzige mit diesem Problem zu sein, da der Troll hier bestimmt viele Dinge finden kann.

    Schon einmal vielen Dank, liebe Grüße & weiterhin viel Erfolg für Ihren Kanal :) .