Sich ein Problem, Drama oder Angst zu machen, braucht Zeit + Aufmerksamkeit

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Am Anfang des 2. Kapitels schreibt Eckhart Tolle in seinem Buch “Stille spricht”: “Menschsein heißt: in Gedanken verloren sein.”

“Ich nicht”, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Aber stimmt das wirklich oder ist das nicht auch wieder nur ein Gedanke?

In vielen Menschen läuft das Gedankenrad fast ständig automatisch ab

Vor vielen Jahren fragte einmal mein Mann Uwe unsere Kursteilnehmer, ob sie denken würden. Alle nickten, außer einer. “Bei ihm ist wirklich Ruhe im Kopf”, dachte ich erstaunt. Als er bei der nächsten Frage, ob wir etwas fühlen würden, jedoch wieder mit dem Kopf schüttelte, wusste ich, dass ich mich geirrt hatte.

Warum?

Weil er seinen Körper nicht mehr spürte. Er war derart mit seinen Gedanken verschmolzen (= identifiziert), dass er nicht merkte, dass er dachte und fühlte.

Bei vielen Menschen läuft die Denkmaschine die meiste Zeit automatisch ab. Außer wenn Sie zum Beispiel intensiv Sport treiben, Alkohol trinken oder sehr müde sind.

Sie glauben häufig jeden ihrer Gedanken, weil sie diesen nicht als Gedanken erkennen, sondern weil sie der Gedanke sind. Um den Gedanken hat sich ein “Ich-Gefühl” gewickelt. Es fehlt eine wache Instanz, die den Gedanken wohlwollend betrachtet.

Oder anders ausgedrückt, der Mensch ist unbewusst geworden.

In diesem Zustand hinterfragen wir unsere Gedanken auch nicht mehr. Sondern wir glauben alles unkritisch, was es in uns denkt.

Wir glauben dann nicht nur den “schönen” Gedanken, sondern auch den “schlechten” Gedanken und fühlen und verhalten uns entsprechend.

Was-wäre-wenn-Denken” oder Katastrophendenken führen oft zu Angst

Die Art der Gedanken, also ob wir eher optimistisch, lösungsorientiert und positiv oder eher pessimistisch, problemfokussiert und negativ denken, hängt größtenteils von unseren Erfahrungen (= Programmierungen) ab.

Es gibt zum Beispiel viele Menschen, die gelernt haben, in “Was-wäre-wenn” Szenarien  zu denken. Häufig geht es dabei weniger um “Was-wäre-wenn Gutes, Schönes, Positives” Vorstellungen, sondern um das Gegenteil.

Und wenn wir uns in Gedanken Schlimmes ausmalen, dann führt das in der Regel zu Angst oder zumindest zu einem unguten Gefühl.

Verweilen wir dann auch noch längere Zeit in diesen negativen Gedanken, die übrigens eine sehr starke Sogkraft haben, dann produziert unser (konditionierter) Verstand, der Troll, weitere Gedanken der gleichen Art, bis wir dem Drama im Kopf zu 100% glauben.

Dann macht sich häufig Angst, Traurigkeit oder Ärger breit. Beispieslweise überträgt sich die Angst dann auf den Körper, der mit Herzklopfen, Zittern, Übelkeit, Schwindel, Schwitzen, kalte Hände und Füße, Kribbeln in Armen und Beinen usw. reagiert.

Diese körperlichen Reaktionen “bestätigen” unser mentales Drama. “Emotionale Beweisführung”, wird dieser Denkfehler auch in der wissenschaftlich fundierten KVT (= Kognitive Verhaltenstherapie) genannt. Die Angst als Gefühl gibt dem Was-wäre-wenn-Gedanken recht.

Bei manchen Menschen schaukelt sich dieser Prozess sogar bis zur Angst- oder Panikattacke auf.

Aber noch nicht jeder negative Gedanke führt zur Angst oder anderen negativen Gefühlen.

Negative Gedanken bewusst unterbrechen und abbauen

Damit sich das negative Gefühl einstellt, müssen Sie lange genug in den Gedanken verweilen, d.h. Ihre Aufmerksamkeit darauf richten. Dadurch wird dieser Gedanke immer stärker und zieht immer weiter ins Drama hinein.

Einige Menschen sind so “geübt” darin, dass dieser Vorgang bereits automatisch abläuft. Sie fühlen “auf einmal”, praktisch aus dem Nichts heraus, große Angst.

Da unser Gehirn jedoch plastisch ist (= Neuroplastizität), können sich Hirnstrukturen bzw. alte Muster im Denken und Fühlen verändern.

Vorausgesetzt wir benutzen es anders, als gewohnt.

Fangen Sie beispielsweise mit regelmäßigem Meditieren und Achtsamkeitsübungen an, damit Sie negative Gedanken immer schneller erkennen und unterbrechen können.

Als eine kraftvolle Musterunterbrechung hat sich bei vielen Menschen auch die X Prozess Entspannung bewährt. Führen Sie diese Übung am besten (mehrmals) täglich durch.

Zur Erinnerung: Sie können Ihr Gehirn wie einen Muskel trainieren (= Neuroplastizität). Das nennt man auch Lernen :-) Aber dafür ist es wichtig, dass Sie regelmäßig und für längere Zeit dranbleiben.

Bei sehr starken negativen Gedanken und Ängsten empfehle ich übrigens professionelle Unterstützung, zum Beispiel in Form der KVT, die sich besonders bei Ängsten bewährt hat.

BossImKopf Video: Keine Zeit für Angst und Probleme

Wenn wir in echten Gefahrensituationen sind, haben wir in der Regel keine Zeit für das gewohnte Drama im Kopf. Dann lenken wir unsere gesamte Aufmerksamkeit idealerweise auf das, was uns im Hier und Jetzt hilft.

Wenn wir jedoch wieder in Sicherheit sind, haben wir viel Zeit, lange darüber nachdenken, was hätte alles passieren können oder was noch alles Schlimmes passieren könnte.

Dieses weit verbreitete Problemdenken hilft uns aber nicht wirklich weiter, außer dass wir uns vor lauter Angst und Sorgen selbst blockieren (= Grübeln).

In diesem BossImKopf Video erzähle ich Ihnen, wie ich das beginnende Drama im Kopf gezielt unterbrochen und sicher weiterwandern konnte.

Außerdem erfahren Sie,

  • dass die Kognitive Verhaltenstherapie die Psychotherapieform mit den meisten Wirksamkeitsnachweisen bei Angststörungen ist.
  • wie sich Angst Gedanken negativ auf unseren Körper auswirken können.
  • welche Entspannungstechnik bei Angst, Nervosität und innerer Unruhe gut hilft.
  • wie Sie wieder klarer und ruhiger im Kopf werden.
  • warum wir nachts manchmal nicht schlafen können.
  • wir sich viele Menschen automatisch im Kopf Probleme schaffen.
  • dass ein negativer Gedanke häufig noch nicht weiter schlimm ist, sondern erst das Verweilen darin Angst erzeugt.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Gedanken