Schützt mich übertriebene (neurotische) Angst tatsächlich vor realer Gefahr?

von  Franziska Luschas

In Büchern oder Internet lese ich regelmäßig, dass Angst normal und notwendig sei, damit wir uns besser vor Gefahren schützen können. 

Umso mehr ich jedoch darüber nachdenke, desto weniger logisch erscheint mir diese häufig gemachte Aussage.

Wäre es nicht hilfreicher, wenn wir in kritischen Situationen auf einen einigermaßen “kühlen” Kopf zugreifen könnten, anstatt in “blinde” Panik zu verfallen?

Was bei Angst in unserem Gehirn passiert

Der Hirnforscher Gerald Hüther erklärt typische Stressreaktionen sehr anschaulich an einem “Fahrstuhl” im Gehirn.

In einem relativ entspannten und aufmerksamen Zustand können wir optimal auf unseren Denkapparat zugreifen. Dieser befindet sich im “Dachgeschoss” (bzw. im präfrontalen Cortex), dem neueren Teil unseres Gehirns. Er hilft uns bspw. logische Schlussfolgerungen zu treffen oder kreative Lösungen zu finden.

Wenn wir allerdings gestresst sind, also zum Beispiel Angst haben oder wütend sind, dann setzt sich unser “Gehirnfahrstuhl” automatisch in Bewegung und fährt eine Etage tiefer, in das mittlere Stockwerk, dem limbischen System.

Dieser ältere Teil unseres Gehirns ist vor allem der Sitz unsere Emotionen. Wenn wir uns zum Beispiel ärgern, gelingt es uns nicht mehr so gut, logisch und vernünftig zu denken. Das ist einer der Hauptgründe, warum wir im Streit mit unserem “Liebsten” (v. a. mit Partner, Kinder, Eltern) oftmals emotional überreagieren.

Nimmt der Stress noch weiter zu, stürzt unser Hirnfahrstuhl in den Keller.

Hier befindet sich der älteste Teil unseres Gehirns, das Stammhirn. Logisches Denken, vernünftige Entscheidungen oder angemessenes Verhalten sind hier kaum mehr möglich. Im Stammhirn (oder Hirnstamm) funktionieren nur noch drei jahrtausendalte Instinkte, die uns je nach Situation und Charakter flüchten, kämpfen oder erstarren lassen.

Aus der Angst Erstarrung ins richtige TUN

Herausfordernde Situationen (wie z. B. Stau, Bergsteigen, Erkrankungen) erfordern häufig ein besonders umsichtiges Handeln. Dafür brauchen wir aber vor allem unseren präfrontalen Cortex (PC) im Dachgeschoss. Denn unser PC funktioniert nur in einem halbwegs entspannten Zustand richtig gut.

Wenn wir hingegen komplett von unseren Emotionen übernommen werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir unüberlegt reagieren, Fehler machen oder uns in Gefahr bringen.

Doch wie können wir, insb. im Stress, etwas entspannter bleiben und besser reagieren?

Meine Antwort ist praktisch und relativ einfach. Sie basiert ebenfalls auf den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung. 

Üben Sie täglich eine gute Entspannungsmethode ein, durch die Sie mehr Gelassenheit und innere Ruhe aufbauen können. Diese Stressprophylaxe hilft Ihnen dann auch in herausfordernden Situationen, besonnener zu handeln. 

Denn so wie Sie Ihr Gehirn regelmäßig benutzen, so formt es sich (= Neuroplastizität).

Eine einfache und schnell wirkende Entspannungsübung ist bspw. die frei zugängliche X Prozess Methode, die schon vielen Menschen geholfen hat. 

Das BossImKopf Video: Brauchen wir tatsächlich Angst, um uns zu schützen?

Immer wieder lese ich in den Medien und sogar in Fachbüchern, dass wir Angst brauchen, um Gefahren zu vermeiden oder um mit gefährlichen Situationen besser umgehen zu können.

Ich habe andere Erfahrungen gemacht.

Welche, erfahren Sie hier in meinem Video. Außerdem berichte ich,

  • dass man keine Angst haben braucht, um sich nicht in Gefahr zu begeben.
  • was im Gehirn passiert, wenn wir Angst haben.
  • welche Gedanken ich gedacht habe, als ich Angst hatte.
  • welche Methode bzw. Technik ich gegen meine Angst angewendet habe.
  • wie ich es relativ schnell geschafft habe, aus meiner Angst raus zu kommen.
  • was ich getan habe, um in einer gefährlichen Situation wieder logischer bzw. vernünftiger zu denken.
  • welche Methode sich bei Angst besonders bewährt hat bzw. wirksam und kraftvoll ist.
  • warum es in den meisten Fällen nicht hilft, Angst zu haben.
  • was die negativen Folgen von zu viel Angst sind.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

Kommentare

  1. Susi schreibt:

    So wahr und doch so schwer nicht mehr ständig in sich auf mögliche Zeichen von Angst und Panik hineinzuhorchen. Aber ich bleibe dran.

    Vielen Dank für den tollen Artikel + Video & ganz liebe Grüße