Praktische Achtsamkeitsübung für alle Menschen, die gelassener und entspannter auf Stress reagieren wollen

von  Franziska Luschas

BossImKopf-positive-Achtsamkeit-statt-Kampf-und-Widerstand

Mal ganz ehrlich, was fesselt Ihre Aufmerksamkeit mehr?

Ein vergnügtes Baby, was Sie aus einem Kinderwagen mit großen Augen anlacht oder das laut streitende Ehepaar auf der anderen Straßenseite?

Die Schlagzeile, dass sich mehr Menschen für den Umweltschutz engagieren als je zuvor oder dass eine Mutter ihr Kind verhungern lässt?

Wenn Sie mit diesen Beispielen nichts anfangen können, dann erinnern Sie sich einfach an Ihr letztes starkes Gefühl zurück.

Haben Sie sich gefreut, waren Sie begeistert, haben Sie jemanden aus ganzem Herzen zugestimmt, waren Sie gerührt?

Oder waren Sie verärgert, traurig, eifersüchtig, hatten ein schlechtes Gewissen und haben sich verletzt, zurückgewiesen, enttäuscht gefühlt?

Wie negative Gedanken negative Gefühle auslösen

Es ist nicht so, dass wir uns bewusst dazu entscheiden, uns schlecht zu fühlen. Ich kenne keinen gesunden Menschen, der bewusst nach Drama in seinem Leben sucht.

Wenn Sie sich gerade fragen, wie ich von negativen Schlagzeilen zu schlechten Gefühlen komme, dann schauen Sie sich das nächste Mal die Nachrichten im Fernsehen einmal ganz bewusst an und spüren Sie, ob Ihre Muskeln locker oder angespannt sind.

Geben Sie dieser Anspannung einen Namen, zum Beispiel unterdrückte Wut, lähmende Hilflosigkeit, Unsicherheit, Traurigkeit, Ungerechtigkeit oder ähnliches. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?

Typische Gedanken bei schlechten Nachrichten sind: “So etwas dürfte nicht passieren.”, “Wie können Menschen anderen nur so etwas antun?”, “Ich hasse alle Politiker!”, “Die armen Menschen.”

Schon die alten Griechen (Epiktet) wussten, was die moderne Neurobiologie heute bestätigt. Negative Gedanken (Vorstellungen) führen zu ungesunden, negativen Gefühlen. Auch die erfolgreiche, wissenschaftlich fundierte Kognitive Verhaltenstherapie hat das bestätigt.

Aber das reicht noch nicht aus, um krankmachenden Stress zu erzeugen.

Sie müssen Ihren negativen Gedanken zu 100% glauben (sich damit zu 100% identifizieren), damit Sie sich schlecht fühlen.

Warum es automatisch negativ in uns denkt

Diese alten Programmierungen laufen automatisch in uns ab, ausgelöst durch negative Erfahrungen, negative Geschichten von Eltern, Freunden, aus der Schule, dem Internet, Fernsehen, Zeitungen etc. und jeden Tag kommen neue Katastrophen, Dramen dazu.

In der Regel können Sie gegen negative Gedanken zunächst nichts machen.

Jedoch erst wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken und auf den Gedanken eingehen (ihm also Energie zuführen) wird er stärker. Als Folge reagiert Ihr Körper dann mit negativen Gefühlen.

Ein drastisches Beispiel hierfür ist die 34-jährige Melanie, die nie gelernt hatte, ihre Aufmerksamkeit bewusst von negativen Gedanken wegzulenken. Sie ist wie viele Menschen nicht Boss im Kopf.

Ihre dominante Mutter, die es “nur gut mit ihr meinte”, erzog Melanie streng. Durch die vielen Verbote, Angstmacherei, Liebesentzug und Vorwürfe wurde das kleine Mädchen unzählige Male immer wieder “zur Vernunft” gebracht.

Melanie ist inzwischen selbst Mutter von 2 Kindern und wenn der Stress in ihrem Leben überhandnimmt, dann fühlt sie sich von der Welt und anderen Menschen bedroht. Dann traut sie sich kaum aus dem Haus, denn die automatisch auftauchenden Bilder in ihrem Kopf zeigen ihr genau, was alles Schlimmes passieren könnte.

Hinzu kommt die ängstliche Stimme in ihrem Kopf, die häufig nicht mal ihre eigene ist. So hört sie die eindringliche Stimme ihrer Mutter, sie sieht die verzweifelten Opfer aus den letzten Nachrichten, sie erinnert sich an die Schlagzeilen über das tödliche Supervirus ….

Durch diese Horrorgeschichten in ihrem Kopf steigert sich ihre Angst manchmal sogar bis hin zur Panikattacke, bei der sie das Gefühl hat, den Verstand zu verlieren.

Und genau diese Erfahrungen bestätigen Melanie immer wieder aufs Neue, dass das Leben unsicher und bedrohlich ist.

Das programmierte Ich (cEGO) und seine Sucht nach Problemen

Auch wenn die Angst bei den meisten von uns nicht so stark ausgeprägt ist, erleben wir fast täglich, wie stark der gewohnte Problemsog ist.

Eduart aus Bamberg bringt diese Schwierigkeit in seinem Kommentar auf BossImKopf.de treffend auf den Punkt:

[...] Ich habe die Rückzähl Übung gerade begonnen. Ich zähle mit jedem einzelnen Atemzug. Der Troll ist aber auch da.

Er erinnert mich relativ zügig an ein Problem , über das ich grübeln soll. Da ich mich unwohl fühle, breche ich gleich mit der Übung ab. Der Troll will nicht das ich versuche zu meditieren. [...]

Wir haben einfach nicht gelernt, Boss in unserem Kopf zu sein, das heißt, unseren Fokus (= Aufmerksamkeit) bewusst von Problemen wegzulenken.

Und ich behaupte nicht, dass wir Probleme verdrängen sollen oder es verkehrt sei, mit einem klaren Kopf konstruktiv mögliche Lösungen zu entwickeln.

Ich spreche hier von vorgestellten Problemen (Geschichten, die passiert sind oder passieren könnten), auf denen unser cEGO (konditioniertes Ego) wie ein Hund auf seinen Lieblingsknochen herumkaut, ohne je zu einer Lösung zu gelangen.

Das nennt man übrigens in der Psychologie auch Grübeln ;-)

Wie Sie sich von dem automatischen Fokus auf Probleme und Dramen befreien können

Aber was können Sie tun, um sich nicht so oft vom Problemfokus, wie eine Marionette, lenken zu lassen?

Ein einfacher und sehr wirksamer Schritt besteht darin, Ihr Gehirn anders zu nutzen, als bisher.

Anders ausgedrückt: Beginnen Sie vom Gehirnbenutzten zum Gehirnnutzer zu werden (vgl. Prof. Dr. Gerald Hüther).

Nur so können Sie die negativen Konditionierungen (alte Programmierungen) auflösen und durch die Realität ersetzen.

Und wenn das wirkliche Leben manchmal auch anstrengend (Lärm, Krankheit, Streitereien) ist, dann lässt sich in diesem Moment aus einem entspannten (klareren) Zustand heraus häufig eine bessere Lösung finden.

Weiter unten in meinem BossImKopf Video erfahren Sie, wie Sie außerhalb des stressigen Alltags Ihre Achtsamkeit trainieren können, damit Sie sich zunehmend bewusst entscheiden können, wohin Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken möchten.

Erinnern Sie sich daran, Ihr cEGO (der Troll in Ihnen) braucht Probleme und Ihren Widerstand, um in Ihnen weiter überleben zu können.

BossImKopf Video – Anstatt Probleme mit Widerstand zu bekämpfen, bewusst bleiben und entspannt eine Lösung finden

Erfahren Sie in diesem BossImKopf Video vom Jenzig in Jena, dass

  • Sie sich als Gehirnnutzer (oder Boss im Kopf) jederzeit entscheiden können, worauf Sie Ihren Fokus richten wollen.
  • Widerstand in Form von Ärger, Frustration oder sich beklagen nur noch mehr Stress hervorruft.
  • Sie sich durch eine Abwehrhaltung in der Regel selbst blockieren und nicht ins lösungsorientierte Handeln kommen.
  • der Blick auf das Negative nicht nur anstrengend ist, sondern sich auch schlecht auf Körper und Seele auswirkt.
  • Ihr Leben schnell friedlicher, einfacher und entspannter werden kann, wenn Sie auch bewusst auf die positiven Dinge in Ihrem Leben achten.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Hat Ihnen dieser Beitrag oder das Video gefallen? Dann empfehlen Sie uns bzw. diesen Artikel an Ihre Freunde, Bekannte und Kollegen weiter :-)

P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen.

Kommentare

  1. Fee schreibt:

    Hallo,

    ich habe ein Zitat von ihnen für meine Seminararbeit verwendet. Daher würde ich gerne wissen wollen wann das Herausgabedatum war bzw. wo es denn steht? Das wäre wirklich sehr hilfreich für mich. Ich finde Ihren Artikel super! :)

    Ganz Liebe Grüße.

  2. Felizitas schreibt:

    Liebe Frau Luschas, durch Zufall bin ich über YTube auf Sie und Ihre Seite “Bossimkopf” aufmerksam geworden. Schon der Titel “Boss im Kopf” hat mir unwahrscheinlich geholfen, mein Denken und mich immer wieder regelmäßig zu überprüfen. Dabei ist mir in kleinen Aufgaben bewusst geworden, wie sehr ich meine Gefühle durch eine bewusst positive Ausrichtung meiner Gedanken beeinflussen kann.

    So war es z.B. am Wochenende notwendig, dass ich als Notfall eine Augenarztpraxis aufsuchen musste. Schon am Freitagabend traten Probleme bei mir auf und ich hatte nun die Möglichkeit, mich durch die Info aus dem Internet verrückt zu machen oder zu denken: “Okay, ich weiß nun, dass ich auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen sollte. Ich werde mir am Samstag morgen, über die Ärztliche Notrufnummer, einen Augenarzt bzw. eine Augenklinik nennen lassen, die ich noch selben Tag aufsuchen kann.”

    Das hatte zufolge, dass ich ruhig schlafen konnte. Am kommenden Morgen ließ ich mir eine Augenärztin in meinem Wohnort nennen. Diese konnte ziemlich schnell Entwarnung geben, sagte mir aber auch, dass mein schnelles Handeln genau richtig war. —

    In den letzten Jahren habe ich mich durch mein negativ ausgerichtetes Denken, mein rückwärts gerichtetes Denken und Bewerten meiner Handlungen und meine zu hohen Ansprüche an mich vollkommen herunterziehen lassen. — Gott-sei-Dank bin ich durch einen glücklichen Zufall an eine gute Psychologin geraten. Die Gespräche mit ihr und meine gleichzeitige, selbstständige Suche nach geeigneten Hilfestellungen haben bisher dazu geführt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. —

    Frau Luschas, Ihre Videos mit ihrer Natürlichkeit, Freundlichkeit, Fröhlichkeit und Spontanität kommen meinem eigenen Wesen so nah und helfen mir dadurch mein bisheriges Verhalten und Denken aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

    Ich freue mich sehr auf weitere Video-Botschaften von Ihnen. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich durch die kognitive Verhaltenstherapie und mein neues “Boss-im-Kopf”-Dasein in Zukunft mir und damit auch den Menschen in meinem Leben, die mir so wichtig sind, gut tun kann.

    Ich wünsche Ihnen, Ihrem Partner und Ihrer Familie alles, alles Gute für die Zukunft und bedanke mich noch einmal ganz herzlich für Ihre Unterstützung.

    Aus dem sonnigen NRW grüßt Sie ganz herzlich Felizitas

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Felizitas,

      Über Ihr Lob freue ich mich :-)

      Danke für Ihren wertvollen und ehrlichen Erfahrungsbericht, in welchen Sie anderen Menschen zeigen, dass es auch in kritischen Situationen möglich ist, Boss im Kopf zu bleiben.

      Das wird nicht immer gleich gut gelingen. Wenn Sie jedoch regelmäßig dranbleiben, dann werden Sie automatisch achtsamer und können selbst in stressigen Momenten gelassener reagieren.

      Bleiben Sie dran, es lohnt sich!

      Herzliche Grüße nach NRW

      Franziska Luschas