Nehmen Sie nicht alles so persönlich oder Wie Sie gelassener auf andere reagieren können

von  Franziska Luschas

Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor?

Ihre Nachbarin grüßt Sie nicht.

Beim Meeting geht Ihre “Lieblingsarbeitskollegin” an Ihnen vorbei und setzt sich woanders hin.

Die Verkäuferin an der Kasse hat Ihnen zu viel berechnet.

Ein Autofahrer überholt Sie und schert dicht vor Ihnen wieder ein.

Ihre Freundin sagt kurzfristig die Verabredung ab.

Wie fühlen Sie sich, wie reagieren Sie?

Verdrängte Emotionen leben häufig in uns weiter

Viele Menschen fühlen sich in solchen Situationen persönlich angegriffen, verletzt, enttäuscht oder zurückgewiesen.

Je nachdem wie Sie konditioniert sind (also was Sie im Laufe ihres Lebens gelernt haben = unbewusster Prozess), ziehen sie sich zurück, versuchen es dem anderen heimzuzahlen oder beschweren sich.

Was passiert da?

  • Der- oder diejenige hat auf Ihre Knöpfe gedrückt.
  • Das heißt, er oder sie ist der Auslöser, aber nicht die Ursache!
  • Gefühle von Ärger, Wut, Kränkung, Verletzung oder Enttäuschung kommen nur in Ihnen hoch, weil sie bereits in Ihnen sind.

Denn alle negativen und positiven Erlebnisse werden in unserem Körper und Unterbewussten abgespeichert, auch wenn wir uns nicht daran erinnern können. Und jeden Tag kommen neue Erfahrungen dazu.

Besonders bei negativen Erlebnissen, die für uns sehr schmerzhaft und – beispielsweise im Kindesalter – emotional nicht bewältigbar waren, schaltet sich ein natürlicher psychologischer Abwehrmechanismus, die Verdrängung, ein.

Aber deswegen sind diese Erfahrungen noch lange nicht erledigt. Sondern sie wirken in unserem gigantischen Unterbewusstsein (GUB) weiter und beeinflussen unser Denken, Fühlen und Verhalten – oftmals noch viele Jahre danach – negativ.

Projektion: Wir glauben, dass die anderen schuld sind

Besonders, wenn wir älter werden, gesundheitlich angeschlagen sind, viel um die Ohren haben oder uns regelmäßig über alles Mögliche Sorgen machen, wird unser Nervenkostüm immer dünner.

Wir haben weniger Energie für den gewohnten Verdrängungsprozess zur Verfügung. Deshalb kommen verdrängte Gefühle im Stress viel leichter an die Oberfläche und wir fühlen uns zum Beispiel auch schneller angegriffen als sonst.

Dann genügt oftmals schon ein winziger Auslöser (wie ein bestimmtes Parfüm, ein Song, ein einziges Wort, eine unbewusste Geste), dass wir uns “plötzlich” verletzt, wütend, enttäuscht, traurig oder ängstlich fühlen.

Und weil viele Menschen nicht gelernt haben, ihre Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen (= sich ihrer selbst bewusst zu sein), projizieren sie ihre Angst und Wut nach außen auf den jeweiligen Auslöser.

“Sie hat mich wirklich sehr verletzt.”

“Sie hat sich mir gegenüber unmöglich verhalten.”

“Wie konnte sie mir das bloß antun?”

Damit Sie sich weniger angegriffen fühlen

Damit Sie das, was andere sagen oder tun, sich nicht mehr so zu Herzen nehmen reicht es oftmals schon, wenn Sie sich in die Situation oder in den anderen Menschen hineinversetzen.

In solchen Momenten kann echtes Mitgefühl entstehen und dann besteht keine Notwendigkeit mehr, sich zur Wehr setzen, zu rechtfertigen, zu verteidigen oder gegen den anderen anzukämpfen.

Dass das möglich ist, zeige ich Ihnen an einem persönlichen Beispiel, weiter unten im BossImKopf Video.

Vielen Menschen könnten beispielsweise wesentlich gelassener auf (stressige) Menschen und Situationen reagieren, wenn sie sich öfter daran erinnern, dass

  • jeder (ab einem gewissen Alter) sein Päckchen zu tragen hat.
  • jeder Mensch schon schlechte Erfahrungen in seinen Leben gemacht hat.
  • auch andere durch negative Lebensereignisse geprägt worden sind.
  • die meisten Menschen entspannter reagieren würden, wenn sie es könnten.
  • Sie sich wahrscheinlich auch schon anders verhalten haben, als Sie eigentlich wollten.

Beginnen Sie am besten mit “Kleinigkeiten”, an denen Sie üben können, das Verhalten anderer oder Dinge nicht mehr so persönlich zu nehmen.

Anstatt sich zum Beispiel über das Wetter aufzuregen, “Immer wenn ich etwas vorhabe, dann regnet es.”, könnten Sie sich beispielsweise die Frage stellen: “Ist das wirklich wahr?” ;-)

BossImKopf Video “Nehmen Sie es nicht so persönlich”

In diesem BossimKopf Video erfahren Sie,

  • an einem Beispiel, woran Sie merken können, wenn jemand etwas persönlich nimmt.
  • wie ich früher noch auf Menschen reagiert habe, die mein Verhalten persönlich genommen haben.
  • wie Sie es schaffen können, sich das Verhalten anderer nicht so zu Herzen zu nehmen.
  • warum Gelassenheit nicht das Gleiche ist, wie sich alles gefallen zu lassen.
  • warum es sich auch für Sie lohnt, entspannter zu reagieren :-)

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Yvonne schreibt:

    Das ist mein Thema!Sehr gut erklärt und logisch das gegenüber weiß ja gar nicht auf welche Worte oder Gesten ich reagiere letztendlich sind es meine gespeicherten Daten die danach alles in Gang bringen.Bitte mehr davon! Dankeschön

  2. Linde schreibt:

    Ich habe dieselben Erfahrungen gemacht und fühle mich gut dabei. Unter Stress funktionierts aber nicht ganz so einfach. Da könnt ich noch Ihre Erfahrungen gebrauchen. Mit Stress mein ich, wenn ich mich bereits provoziert fühle oder wenn jemand meine Schwachstellen diesbezüglich ausnützt. Es gibt immer wieder mal so ein Gegenüber. Kann ich mich davorschützen? Danke schon vorab. Viele Grüße

    • Franziska Luschas schreibt:

      Ja. Üben Sie die auf dieser Seite beschriebenen Methoden (z.B. X Prozess Entspannung) auch bei “Kleinigkeiten” ein, damit zunehmend gelassener, klarer und konstruktiver mit “Provokationen” umgehen können.

  3. Anja schreibt:

    Gefällt mir, machen Sie mehr!

    • elisabeth schreibt:

      super

    • Ingrid schreibt:

      Hilfreiche Veränderung. Wann ist es denn persönlich – das ist mir noch nicht klar. Freue mich auf hilfreiche Antworten :)