Negative Gedanken und Gefühle unterdrücken, unterbrechen oder annehmen?

“Hallo Frau Luschas. Mich würde mal interessieren was der Unterschied ist zwischen Gefühle unterdrücken und Gefühle unterbrechen ist. Denn sie sagen ja immer das man aus dem Gefühl gehen soll. Aber ich habe auch schon oft gehört, dass man die Gefühle annehmen und sie komplett fühlen soll. Mich verwirrt das alles ein bisschen. Würde mich auf eine Antwort von ihnen freuen. MfG”
Solche und ähnliche Fragen erhalte ich relativ oft, dass ich während unseres Wanderurlaubs kurzerhand ein Video auf einem knapp 2000 Meter hohen Berg, den Hohen Fricken, in den bayerischen Alpen gedreht habe
Schwierigkeiten, Gefühle zu akzeptieren
“Nehmen Sie Ihre Gedanken und Gefühle einfach so an, wie sie sind”, können Sie in vielen Selbsthilfebüchern lesen. Noch eine Spur drastischer formulieren es häufig “Weisheitslehrer” oder “spirituelle Lehrer”: “Verwandeln Sie Ihre negativen Gedanken und Gefühle in Liebe”.
Nur leider steht oft nicht dabei, wie das genau geht.
Denn Angst, Schuldgefühle oder schambehaftete Gedanken einfach mal zu akzeptieren, ist leichter gesagt als getan. Die meisten Menschen reagieren auf negative Gedanken und Gefühle mit Abwehr.
Und das ist durchaus nachvollziehbar. Aber langfristig hilfreich ist diese oft genutzte Strategie nicht. Oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall.
Die negativen Gedanken und Gefühle kehren früher oder später noch intensiver zurück. Das gewohnte Wegdrücken, Ablenken oder Verdrängen funktioniert dann nicht mehr.
Was Sie stattdessen tun können, erkläre ich im Video weiter unten.
BossImKopf Video: Gedanken und Gefühle verdrängen, unterdrücken oder unterbrechen?
Was ist der Unterschied zwischen Gefühle unterdrücken und Gefühle unterbrechen?
Können Sie mir den Unterschied zwischen Verdrängen und Muster unterbrechen erklären?
Auf diese und ähnlich gestellten Fragen antworte ich im Video, welches ich auf dem ‘Hohen Fricken’ gedreht habe.
Sie erfahren auch,
- warum es in der Regel nicht funktioniert, negative Gedanken einfach zu verdrängen oder sich davon abzulenken.
- was der Unterschied zwischen Gedanken unterbrechen und verdrängen ist.
- dass ein Muster zu unterbrechen vor allem eine bewusste Entscheidung ist.
- dass Verdrängen oder Unterdrücken eher eine automatische Reaktion ist bzw. oftmals unbewusst abläuft.
- warum Sie negative Gedanken und Gefühle zunächst akzeptieren sollten.
- wie Sie negatives Denken und Fühlen schnell, einfach und wirksam verringern.
- dass die X Prozess Entspannung die beste Methode zur Entspannung und Musterunterbrechung ist, die ich kenne.
- wie der Körper auf Angst Gedanken reagiert.
- was Sie tun können, damit sich die Angst in Ihnen nicht weiter ausbreitet.
- dass das regelmäßige und richtige TUN, besonders auch im Stress / Angst am ehesten zum Erfolg führt.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)
Franziska Luschas
Diplom Psychologin
P.S.
Hat Ihnen dieser Beitrag oder das Video gefallen? Dann empfehlen Sie uns bzw. diesen Artikel an Ihre Freunde, Bekannte und Kollegen weiter :-)
P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen.
Liebe Frau Luschas, begeistert arbeite ich mich seit Wochen durch Ihre Artikel und Videos!
Darf ich Sie dazu noch etwas fragen? Ihr Video zu dem Unterschied zwischen Verdrängung eines Gedankens und der Unterbrechung hat mir gut gefallen.
Wenn ich als Musterunterbrechung den Gedankenstopp anwende (s.a. bossimkopf -》 fastentagebuch), dann muss ich ja nach dem “Stopp” etwas Anderes machen, damit die Gedanken nicht gleich wiederkommen. Ist das dann nicht das Gleiche wie Ablenkung? Wenn nach dem Wahrnehmen des Gedankens und nach dem “Stopp” muss ich mich ja gedanklich mit etwas Anderem beschäftigen (Lesen z.B), damit der Gedanke nicht zurückkommt….
Spricht etwas dagegen, sich den Troll tatsächlich als kleine Figur vorzustellen, die im Kopf und Körper ihr Unwesen treibt?
Ich stelle mir manchmal den schlechten Gedanken als kleine schwarze Murmel vor, die durch den Kopf kullert. Das hilft mir, den Gedanken nur als Gedanken wahrzunehmen, zu sagen: “Ah ja, da bist Du wieder” und keine Geschichte draus zu machen….
Kann man das so machen? Ich bin etwas unsicher…
Ist auch “the work” eine Musterunterbrechung, auch wenn man sich bei dieser Methode ja noch mit dem Gedanken beschäftigt?
Gilt auch das “Rückwärtszählen” als Musterunterbrechung? Oder ist das eine Ablenkung?
Ich bin noch etwas unsicher, würde mich aber sehr sehr sehr über eine Antwort freuen!
Es grüßt Sie herzlich aus Norddeutschland
Ines
Hallo Ines,
viele Menschen lenken sich häufig automatisch (durch Einkaufen, Telefonieren, extremen Sport, Essen, Trinken, Arbeit usw.) von negativen Gedanken, aber v.a. von negativen Gefühlen, ab. Ändern tut sich dadurch in der Regel nicht viel, außer dass sie ihre Belastungen weniger spüren und diese immer wiederkommen.
Eine gezielte Musterunterbrechung (MU) hingegen ist ein aktiver, zielgerichteter Prozess. Anstatt also vor etwas “wegzurennen”, entscheiden wir uns bewusst dafür, etwas anderes zu tun. Das ist zwar erstmal anstrengender, aber wir verlassen dadurch die alten Muster. Im Gehirn tut sich praktisch etwas (= Neuroplastizität).
Allerdings wirkt nicht jede MU bei allen Menschen gleich gut. Es gibt stärkere MU wie bspw. den XProzess oder Gedankenüberprüfungen, die oft schnell und zuverlässig wirken oder schwächere MU (z.B. Gedankenstopp, Rückwärtszählen, bewusstes Atmen), die leichtem Stress (Irritationen) relativ schnell reduzieren können.
Und indem Sie sich belastende Gedanken- und Gefühlsmuster (v.a. die gewohnte “Stimme” in Ihrem Kopf) als Troll (wie auch immer der bei Ihnen aussieht) oder schwarze Murmel vorstellen, bekommen Sie eine erste Distanz dazu. Sozusagen ein erster Schritt in Richtung Boss im Kopf
Bleiben Sie also weiterhin dran, denn so wie Sie Ihr Gehirn regelmäßig benutzen, so formt es sich auch.
Sonnige Grüße aus dem schönen Fürth
Hallo Frau Luschas, auch von mir vielen Dank für Ihre Arbeit. Zum Bewusstmachen der Gedanken hätte ich eine Frage. Welche Technik ist hilfreich wenn man von Gedanken überladen wird, wenn es zu viele sind. Meistens fängt es bei mir mit nur einem Gedanken an, denn ich manchmal bewusst ins Bewusstsein hole und versuche dann mit 10xdreh zu verpacken. Es folgen dann aber direkt tausende anderen Gedanken und der Prozessor überlastet. Es ist in der Situation nahezu unmöglich jedes der Gedanken bewusst wahrzunehmen. Mit den X Prozess komme ich wieder zwar erfolgreich runter. Die Frage was mich dann aber beschäftigt ob es evtl. doch keine so gute Idee war die Gedanken zu provozieren. Ich hoffe, dass Sie mir bei dem Dilemma helfen können.
Vielen Dank nochmal und beste Grüße Alex
Hallo Alex,
umso mehr Sie Boss im Kopf werden, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihre Gedanken “provozieren”.
Letztendlich hilft hier ein Vermeiden (“Nichtprovozieren”) langfristig nicht wirklich weiter. Deshalb empfehle ich Ihnen, eine (max. 2 Übungen), wie z.B. den X Prozess, täglich in Ihren Alltag zu integrieren.
Dadurch trainieren Sie auch Ihre Aufmerksamkeit und können besser bei einem Gedanken bleiben, bis Sie ihn mit der XP Methode verringert haben. Dann der nächste usw.
Bleiben Sie also weiterhin dran, denn der Weg lohnt sich
Alle Ihre Videos sind großartig, vielen Dank dafür!