Negative Gedanken und Gefühle akzeptieren oder kontrollieren? Ein Beispiel für einen typischen Denkfehler

von  Franziska Luschas

Das weltweit am wirksamsten und wissenschaftlich belegte moderne Psychotherapie-Verfahren, die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), sagt:

Extreme, irrationale und starre Überzeugungen (= Denkfehler) lösen negative Gefühle wie z. B. Angst, Unsicherheit, Wut, Traurigkeit oder Schuldgefühle aus. Diese schädlichen Denkmuster führen nicht selten zu Angststörungen, Depressionen und anderen psychischen Leiden.

Ängste, Zwänge, Grübeln als Folge von Denkfehlern

Typische Denkfehler sind bspw. Schwarz-weiß-Denken, Alles-oder-nichts-Denken, Katastrophen-Denken, Positives abwerten sowie Negatives aufwerten, Gedankenlesen usw.

Um das damit einhergehende psychische Leid zu verringern, bietet die KVT aktive Hilfe zu Selbsthilfe an.

Die Betroffenen lernen praktisch, ihre Denkfehler immer schneller aufzuspüren, sie mit wissenschaftlichen Methoden zu hinterfragen und durch hilfreiche, realistische und vernünftige Alternativen zu ersetzen.

Durch dieses systematische Vorgehen verringern sich die Ängste, Zwänge, krankhafte Eifersucht, übertriebene Trauer usw. Entsprechend wird das Leben dieser Menschen leichter, erfüllter und auch wieder natürlicher und gesunder.

Der erste Schritt zu mehr Klarheit, Gelassenheit und (Selbst-)Bewusstsein besteht jedoch erstmal darin, dass Sie den Denkfehler als solchen auch erkennen.

Deshalb stelle ich in meinem BossImKopf Video weiter unten einen der häufigsten Denkfehler, nämlich das Entweder-oder-Denken, an einem Beispiel vor.

Negative Emotionen annehmen oder kontrollieren?

Bei dem Beispiel im Video handelt es sich um zwei anonymisierte Email-Auszüge, in denen zwei männliche BossImKopf Zuschauer folgende Fragen stellen:

“sie sagen aus gedanken entstehen gefühle und daher ist es gut seine gedanken zu kontrollieren/steuern, das ist ja das konzept der KVT. häufig höre ich aber auch dass man gefühle da sein lassen soll und sie durchfühlen soll damit sie später auch wieder gehen können, also das konzept des sein lassens. diese beiden ansätze widersprechen sich doch aber völlig. oft höre ich menschen beides sagen. was stimmt denn nun? schließt sich das nicht aus? das eine ist kontrolle/steuerung, das andere fühlen, sein lassen.”

“Einige Psychologen sind der Meinung wenn eine negative Emotion hochkommt diese annehmen, Ja dazu sagen , schauen was löst sie in mir aus, wo sitzt sie im Körper  und sie annehmen. Dadurch ‘transformiert’ diese Emotion. Dieses steht im Widerspruch, dass wenn eine Emotion hochkommt diese sofort unterbrechen und mit der x Methode neurologisch zu “beseitigen. Nun bin ich etwas verwirrt.”

Die beiden jungen Männer sind im Entweder-oder- bzw. Schwarz-weiß-Denkmodus gefangen. Dadurch wird ihr Blick eng und Probleme erscheinen größer als sie sind. Ein lösungsorientiertes Handeln, wie bspw. die X Prozess Entspannung bzw. Musterunterbrechung einfach mal auszuprobieren und zu schauen, was passiert, ist damit weniger wahrscheinlich. :(

Das BossImKopf Video: Negative Gedanken und Gefühle akzeptieren oder kontrollieren? Warum diese Frage ein Denkfehler ist

In der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) gehört das Entweder-oder-Denken zu den häufigsten Denkfehlern.

Denkfehler sorgen dafür, dass wir uns schlecht fühlen. Denn sie sind oft extrem, verzerrt und unlogisch.

Obwohl sie häufig nicht mit der Realität übereinstimmen, glauben wir ihnen meist unkritisch. Deshalb führen sie oft zu negativen Emotionen wie bspw. Angst, Unsicherheit, Wut oder Traurigkeit.

Damit Sie sich wieder besser fühlen können, ist es wichtig, diese Denkfehler erst einmal zu erkennen.

Deshalb erkläre ich in diesem BossImKopf Video am Büsumer Deich an einem Beispiel, was ein Entweder-oder-Denkfehler ist.

Gleichzeitig beantworte ich die Frage, ob es besser ist, negative Gedanken und Gefühle anzunehmen oder sie zu kontrollieren.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie weiter dran, denn der richtige Weg lohnt sich :-)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.