Die Gedanken-Brille oder wie wir mit unseren (negativen) Gedanken unsere Realität schaffen

Normalerweise nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern wie wir gelernt haben, über sie zu denken.

Das wusste auch schon der berühmte griechischer Philosoph Epiktet, der vor 2000 Jahren sagte: “Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Urteile über die Dinge.” 

Dazu gehört auch unsere Meinung über uns selbst und über andere Menschen.

Diese schiebt sich wie eine getönte Brille über die Welt, in der wir leben.

Deshalb sehen wir einen anderen Menschen oftmals nicht, wie er wirklich ist, sondern was wir von ihm halten.

Unsere Gedankenfilter sind größtenteils erlernt

Diese Einstellung jemandem anderen gegenüber ist zum großen Teil erlernt.

Vereinfacht ausgedrückt, machen wir  - insb. in jungen Jahren – Erfahrungen und entwickeln daraus  ein mehr oder weniger negatives Weltbild.

Und darin stecken dann auch häufig extreme Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, wie zum Beispiel Alles-Oder-Nichts-Denken, “Sich-vorsichtshalber-das-Schlimmste-Vorstellen”, “100iges-Sicherheitsdenken”, “Anerkennungssucht” oder “Perfektionismusstreben”.

Wir werden also von Kindesbeinen an durch unser soziales, gesellschaftliches und kulturelles Umfeld “programmiert”, z.B. durch unsere Eltern, Schule, Uni, Partner, Freunde, Medien usw.

Diese Gedankenprogramme laufen dann in uns praktisch automatisch ab, v.a. in Form von Meinungen, Bewertungen, Be- und Verurteilungen.

Nach einiger Zeit wird das alles so normal für uns, dass wir sie meistens gar nicht mehr bemerken.

Unser Denken bestimmt unser Fühlen und Verhalten

Auch wenn diese generellen Bewertungsmuster größtenteils unbewusst ablaufen, beeinflussen sie trotzdem unser Denken, Fühlen und Verhalten.

Wenn wir zum Beispiel von einem Kollegen glauben, ihm nicht vertrauen zu können, dann werden wir uns ihm wahrscheinlich misstrauischer gegenüber verhalten und sein Lachen anders deuten, als ohne diese Überzeugung. 

Ähnlich verhält es sich mit unserer Sicht auf uns selbst, also wie wir uns selbst sehen.

In den vergangenen 20 Jahren habe ich beispielsweise viele (junge) Männer und Frauen kennengelernt, die nicht stolz auf sich sein konnten. Und das, obwohl sie täglich gute bis sehr gute Arbeit in der Schule, im Studium oder im Beruf leisteten.

Ihre gedankliche “Perfektionismus-Brille” trübte ihre Sicht auf viele Bereiche ihres Lebens, so dass sie häufig unzufrieden waren oder Angst hatten, nicht gut genug zu sein.

Und weil sich diese alten Programme, wie z.B. “Ich bin nicht gut genug”, “Ich fühle mich schnell angegriffen”, “Ich bin schnell überfordert”, “Ich habe Angst vor Neuem” so vertraut und intensiv anfühlen, wird ihnen oftmals mehr geglaubt als der Realität. 

Wir sehen die Welt so, wie wir über sie denken 

Neben den oben genannten Beispielen gibt es noch viele andere Gedanken-Brillen, durch die wir die Dinge, Situationen und Menschen sehen.

Und unsere gewohnte Sichtweise nehmen wir überall und oft unbemerkt mit, unabhängig wo wir gerade sind.

Die typischen Auswirkungen unseres Gedankenfilters bringt die folgende Kurzgeschichte (der Autor ist mir unbekannt) meines Erachtens nochmal gut auf den Punkt:

Ein alter Mann saß vor den Toren einer Stadt. Alle Menschen, die in die Stadt gingen, kamen an ihm vorbei. Ein Fremder blieb stehen und fragte den alten Mann:

„Du kannst mir sicher sagen, wie die Menschen in dieser Stadt sind?“

Der Alte sah ihn freundlich an: „Wie waren sie dort, wo du zuletzt warst?“

„Freundlich, hilfsbereit und großzügig. Sehr angenehme Menschen.“, antwortete der Fremde.

„Genau so sind sie auch in dieser Stadt!“ Das freute den Fremden und mit einem Lächeln ging er durch das Stadttor.

Später kam ein anderer Fremder zum alten Mann.

„Sag mir Alter, wie sind die Menschen in dieser Stadt?“

Der Alte fragte auch ihn: „Wie waren sie dort, wo du zuletzt warst?“

„Furchtbar! Unfreundlich und arrogant.“

Der alte Mann antwortete: „Ich fürchte, so sind sie auch in dieser Stadt!“   

Das BossImKopf Video: Woran Sie Ihre Gedanken-Brille erkennen und wie Sie sie reinigen können

Wenn wir es also schaffen, unsere Gedanken-Brille bewusst wahrzunehmen und die trüben Gläser regelmäßig von  gedanklichen Konstruktionen zu reinigen, dann nehmen wir die Welt klarer, vernünftiger und bewusster wahr.

Was Sie genau tun können, erfahren Sie in diesem Video aus Büsum an der Nordsee.

Schauen Sie dieses BossImKopf Video an, wenn Sie wissen wollen,

  • was ich mit Projektion meine.
  • warum wir die Welt, die Dinge (Situationen) und andere Menschen gewöhnlich durch unseren persönlichen (Wahrnehmungs-)Filter sehen.
  • was ein Mensch mit Minderwertigkeitsgefühlen im Allgemeinen über andere Menschen denkt.
  • wie wir alte negative Muster in uns verändern können.
  • woran wir merken, dass wir im alten Muster gefangen sind.
  • welche Fragen Sie sich stellen können, um alte Muster schneller zu bemerken.
  • wie Ihnen die X Prozess Methode helfen kann, sich von alten Mustern zu befreien und klarer und entspannter zu werden.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Gedanken   

Kommentare

  1. Marlene  am  12. Juli 2017:

    Hallo Frau Luschas,
    auch ich schaue mir Ihre Videos und Kommentare immer und immer wieder an, auch für mich gilt die Divise durchhalten und nicht aufgeben. Was ist mit Menschen, die negativ gegenüber andere auftreten, letztendlich sind auch diese Menschen von einer Gedankenbrille betroffen oder aus ihnen spricht der Troll. Dennoch leiden andere unter ihnen. Auch wenn ich erkenne, dass das dann eher die Verhaltensmuster und Probleme dieser Menschen sind, bringe ich tgl. viel Kraft auf mich innerlich zu distanzieren und leide dennoch darunter (Thema: Mobbing).

    Viele liebe Grüße
    Marlene

    • Franziska Luschas  am  12. Juli 2017:

      Hallo Marlene,

      erkennen langt i.d.R. nicht, um Leid zu verringern.

      Statt des täglichen inneren Widerstandes könnten Sie jedoch beispielsweise den X Prozess in Gedanken durchführen, damit Sie zunehmend klarer und entspannter reagieren können.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim wichtigen und richtigen Dranbleiben :-)

  2. Johanna  am  11. Juli 2017:

    Hallo Frau Luschas,

    danke für das tolle Video, ist für mich theoretisch alles so gut nachvollziehbar nur in der Praxis noch nicht greifbar genug. Verliere mich zu schnell in Gedankenschleifen die mir nicht gut tun und diese X-Prozess Methode habe ich öfter probiert, die ist gut. Ich höre sie schon sagen – üben, üben, üben von nix kommt nix. Bin ein etwas ungeduldiger Mensch und nicht diszipliniert genug mit dem Üben bis ich es verinnerlicht habe. Erkenne jedes mal aufs Neue das es keine Abkürzung gibt beim Üben um es nur zu tun wenn ich es unbedingt brauche. Ich weiß keiner kann es für mich tun außer ich selbst.

    Mit herzlichen Grüßen
    Johanna

    • Franziska Luschas  am  11. Juli 2017:

      Das ist eine wertvolle Erkentnis, Johanna.

      Eine Abkürzung, magische Pille oder einfachen Trick, so wie es viele “Trolle” gerne hätten, gibt es für eine anhaltende und tiefer gehende Veränderung i.d.R. nicht. Denn so funktioniert unser Gehirn nicht (s. Neuropalstizität).

      Bleiben Sie in kleinen und kleinsten Schritten täglich dran.

      Viel Erfolg und alles Gute :-)