Diagnose psychisch krank? Wie Sie eine psychische Störung besser akzeptieren können

von  Franziska Luschas
BossImKopf-wie-psychische-Stoerung-akzeptieren

„Wie akzeptiere ich eine psychische Störung?“, fragte mich vor einigen Wochen eine Dame auf Facebook.

Das pauschal zu beantworten, ist gar nicht so einfach und deshalb möchte ich Ihnen hier einige wenige, aber wertvolle Hinweise geben, die schon vielen anderen Menschen auch weitergeholfen haben.

Zunächst möchte ich Ihnen von Selbstdiagnosen via Internet abraten, insb. wenn es sich um sog. professionelles Halbwissen mit einem hohen Angstfaktor handelt.

Wenn Sie also den Eindruck haben, dass sich Leute mit ihrem emotionalen Drama gegenseitig in persönlichen Psycho-Geschichten übertrumpfen wollen, dann empfehle ich Ihnen, lieber die Finger davon zu lassen.

Das ist viel schwerer, als Sie vielleicht vermuten, denn der Troll in uns liebt negative Geschichten, besonders, wenn es uns selbst betrifft.

Glauben Sie nicht alles unkritisch, was im Internet steht

Eventuell suchen Sie Informationen im Internet, weil sie merken, dass Sie sich häufig “das Schlimmste vorstellen”. In die Suchmaschine geben Sie vielleicht “Grübeln”, “Schlafprobleme” oder “nervige Stimme im Kopf” ein.

Zu “Grübeln” finden Sie auch Seiten über Depression.

Bei “Schlafproblemen” finden Sie neben Tipps zur Schlafhygiene ggf. auch Infos über Krebserkrankungen.

Und Schizophrenie dürfte so das Erste sein, was Sie zu “Stimme im Kopf” zu sehen bekommen.

Weil Sie wahrscheinlich schon Schlimmes befürchten, ist auch der Drang entsprechend groß, mehr darüber zu erfahren. Der Unterschied zwischen der Qualität der Beiträge im Internet ist allerdings riesig, wie Sie vielleicht selbst schon festgestellt haben.

Hier empfehle ich, je nach persönlicher Belastung, ein gutes Selbsthilfebuch eines renommierten Autors oder einen Arzt bzw. Therapeuten Ihres Vertrauens zurate zu ziehen.

Unterscheiden Sie: Eine psychische Störung haben oder sein

Wenn Sie schon eine psychische Störung diagnostiziert bekommen haben, ist es wichtig, dass Sie sich nicht damit identifizieren. Das heißt, dass Sie nicht Ihren Selbstwert bzw. Ihr Selbstbild davon abhängig machen.

Der Troll (= das falsche Selbst) benutzt nämlich eine Angststörung oder Depression gerne, um Drama ins Leben zu bringen.

Dabei ist es ihm ziemlich egal, ob es sich hierbei um eine positive oder negative Geschichte handelt. Hauptsache er kann sich mit intensiven Gedanken und Gefühlen am Leben erhalten.

Damit Sie diese Trollgefahr frühzeitig bemerken, habe ich nachfolgend einige typische Trollsätze zusammengefasst:

  • Ich habe versagt.
  • Ich bin schwächer als andere.
  • Ich bin wertloser als andere.
  • Ich werde niemals ein normales Leben führen können.
  • Was, wenn das nie mehr weggeht.
  • Ich werde nie einen Mann/eine Frau finden.
  • Die anderen sehen mir doch schon an, was mit mir los ist.
  • Ich bin eine große Mogelpackung.
  • Wenn die wüssten, wie ich wirklich bin.

Das BossImKopf Video: Wie Sie eine psychische Störung akzeptieren lernen

Meine Antwort, wie  man eine psychische Störung akzeptieren kann und noch einige Tipps, was Sie bei Verhaltensauffälligkeiten tun können, verrate ich Ihnen hier in meinem Video vom Gr. Hörselberg (bei Eisenach).

Sie sehen mich übrigens nur ganz links im Bild und manchmal „verschwinde“ ich sogar völlig, weil die Kamera auf der vereisten Bank wegrutschte. Die gewohnte Qualität des Videoinhaltes und die schöne Winterlandschaft im Hintergrund werden dadurch jedoch nicht geschmälert :-)

In diesem BossImKopf Video erfahren Sie,

  • was eine psychische Störung ist.
  • warum ich von einseitigen Informationen über psychische Störungen aus dem Internet abrate.
  • dass durch dramatische Schilderungen von Einzelfällen im Internet, die Angst, ernsthaft krank zu sein, häufig noch verstärkt wird.
  • dass es einfacher ist, negative Gedanken, Gefühle oder ein dysfunktionales Verhalten für diesen Augenblick zu akzeptieren, als für den Rest des Lebens.
  • dass Katastrophen-Denken, wie „Was mache ich, wenn diese Angst nie mehr weggeht?“, in der Regel zu noch mehr Angst führt.
  • dass es leichter ist, eine Lösung für ein konkretes Problem (Verhaltensauffälligkeit) zu finden, als eine vorgestellte (negative) Geschichte im Kopf zu bekämpfen.
  • wie Ihnen ein einfacher Satz (Mantra) dabei helfen kann, sich von einer psychischen Diagnose weniger negativ beeinflussen zu lassen.
  • was Sie tun können, um nicht Ihr gesamtes Selbstbild von einer psychischen Störung abhängig zu machen.
  • dass die Kognitive Verhaltenstherapie bei vielen psychischen Störungen nachweislich hilft.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Hat Ihnen dieser Beitrag oder das Video gefallen? Dann empfehlen Sie uns bzw. diesen Artikel an Ihre Freunde, Bekannte und Kollegen weiter :-)

P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen.