Der Troll (das Ego) als Ursache für negatives Denken und Fühlen

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Weil ich des Öfteren über den Troll gefragt werde, habe ich eine Liste mit typischen Troll Eigenschaften erstellt, die Sie am Ende dieses Artikels sehen.

Den Troll können Sie auch durch den Begriff cEGO (konditioniertes Ich) ersetzen.

Vereinfacht ausgedrückt ist der Troll der Erzähler in unseren Kopf, der uns aufgrund unserer Lernerfahrungen, (oft negative) Geschichten über uns, über andere und über die Welt erzählt.

Und so erzählt er uns permanent, wer wir sind, wer die anderen sind, was wir lieben, was wir hassen, was uns andere angetan haben, was wir anderen angetan haben ….

Viele Troll-Geschichten drehen sich bevorzugt um Probleme, mit uns in der Hauptrolle, denn der Troll liebt es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Dadurch bekommt er Kraft und wächst.

Damit Sie den Troll in sich besser erkennen können, habe ich ein Video (siehe unten) über die wichtigen Merkmale eines durchschnittlichen Trolls gedreht. Denn jedes Mal, wenn Sie den Troll (nicht nur in anderen, sondern auch in sich erkennen), verliert er immer mehr seine Macht über Sie.

Alte (negative) Troll Muster positiv verändern

Als ich die Merkmale des cEgos bzw. des Trolls vor laufender Kamera vorlas, musste ich mehrmals schmunzeln.

Und zwar über meinen eigenen Troll, der sich ertappt fühlte.

Zum Beispiel glaubte er manchmal zu wissen, was für andere (v.a. unsere Kursteilnehmer, Supervisanden) am besten ist ;-)

Mittlerweile kann ich dieses typische Troll Verhalten in dem Moment stoppen, wo ich es erkenne. Und ich erkenne es immer früher. Erst dadurch habe ich überhaupt die Wahl, dieses alte Muster gezielt zu unterbrechen und Schritt für Schritt zu verringern.

Anstatt Kursteilnehmer oder Verwandte mit “gut gemeinten” Ratschlägen zu überhäufen, halte ich mich heute an die alte chinesische Weisheit:

“Wer jemanden einen Fisch schenkt, gibt ihm für einen Tag zu essen. Wer ihm das Fischen lehrt, gibt ihm ein Leben lang zu essen.”

Durch genügend Aufmerksamkeit (Bewusstheit) und regelmäßiges Üben (= vgl. Neuroplastizität) ist es uns also durchaus möglich, selbst weiter zurückgehende und tief sitzende Muster günstig zu verändern.

Die Schuld bei anderen Menschen suchen

Neben dem Einmischen in das Leben anderer, sucht der Troll auch gerne die alleinige Schuld bei anderen Menschen oder in bestimmten Umständen, insb.  wenn er sich schlecht fühlt.

Diese typische Troll Eigenschaft führt oftmals dazu, dass sich an unserem gewohnten Denken und Fühlen nichts verändert. Der Troll will das auch gar nicht, denn durch das von ihm geschaffene Leid kann er uns besser kontrollieren.

Und das heißt nicht, dass wir alles passiv auf uns zukommen oder uns alles gefallen lassen sollen.

Es geht darum, dass wir das, was wir zunächst nicht ändern können, für den Moment akzeptieren, nicht sofort in den Widerstand gehen oder bei anderen die Schuld suchen.

Wenn Sie sich also wieder einmal schlecht fühlen, dann denken Sie doch einmal in Ruhe darüber nach (ohne Ihrem Troll alles zu glauben), was das Ganze mit Ihnen zu tun haben könnte und ob Ihnen zuvor schon Ähnliches passiert ist.

Ich kann mich zum Beispiel an eine ältere Dame erinnern, die sich sehr einsam fühlte. Das Muster ihres Trolls bestand darin, den Kontakt zu Menschen oder Gruppen jedes Mal enttäuscht abzubrechen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlte.

Und das war oft der Fall.

Viele Jahre machte sie andere für ihre negativen Gefühle verantwortlich, bis ihr klar wurde (durch regelmäßige Arbeit an sich selbst), dass sie diese alten Muster bereits als Kind gelernt hatte, welches sich seitdem in Beziehungen zu anderen automatisch wiederholte.

Erst als ihr das bewusst wurde (durch BossImKopf Übungen), konnte sie die angesammelte Wut, Enttäuschung und Frustration in sich selbst erkennen und ihre falschen Gedanken und negativen Gefühle immer mehr abbauen.

BossImKopf Video – Der Troll bzw. das Ego als Ursache für negatives Denken und Fühlen

In diesem 6. Video zur “Troll-Serie Cuxhaven”, am Döser Deich, erfahren Sie, woran Sie den Troll (das “programmierte” Ich) erkennen.

Das Ego (Troll),

  • urteilt gerne über andere.
  • glaubt zu wissen, was andere (über ihn) denken oder was das Beste für andere ist.
  • will recht haben und fühlt sich anderen gerne überlegen.
  • stärkt sich an Leid, Drama und emotionalen Schmerz (Nachrichten, Beziehungskrisen, Streit mit den Eltern, Weihnachten).
  • ist gierig nach jeglicher Form von Negativität und Widerstand (sich beklagen, jammern, sich beschweren, schimpfen über andere oder etwas).
  • denkt häufig über schmerzliche Erlebnisse aus seiner Vergangenheit nach, um endlich “damit abschließen zu können”, obwohl er dadurch genau das Gegenteil erreicht.
  • stellt sich “vorsichtshalber” das Schlimmste vor, mit der fadenscheinigen Begründung, dadurch besser auf zukünftige Probleme vorbereitet zu sein.
  • rechtfertigt und verteidigt sich oft und bekämpft andere Meinungen und Sichtweisen.
  • bezieht gerne alles auf sich, nimmt Dinge persönlich und fühlt sich ungerecht behandelt, zurückgewiesen oder enttäuscht.
  • denkt immer wieder über die gleichen Probleme nach, jedoch ohne tatsächlich zu einer Lösung zu gelangen (= Grübeln).
  • ist ständig auf der Suche nach Neuem oder nach Mehr von einer Sache.
  • hat Angst vorm Alleinsein, Sterben, vor Verarmung, Krieg, Umweltkatastrophen, Unfälle, Krankheiten.
  • will 100%ige Sicherheit in seinem Leben und lebt dadurch in ständiger Sorge und Angst.
  • zeichnet sich durch eine geringe Frustrationstoleranz aus ;-)
  • will sofortige Bedürfnisbefriedigung.
  • träumt vom Seelenpartner und ist von Beziehungen regelmäßig enttäuscht.
  • ist süchtig nach der Anerkennung anderer (Trolle).
  • versucht seine permanente Unzufriedenheit durch Perfektionismus auszufüllen.
  • hat ständig Sehnsucht nach irgendetwas.
  • hat große Pläne, will sofortigen Erfolg, aber nichts dafür regelmäßig tun.
  • ist auf die neidisch, “die es geschafft haben”.
  • hetzt durch sein Leben mit vielen Terminen und Ablenkungen und fühlt sich dadurch wichtig und lebendig.
  • hält Sie in oberflächlicher, kräftezehrender Freude oder “Leidenschaft” gefangen.
  • braucht Ihre Aufmerksamkeit und Kraft, um dadurch am Leben zu bleiben.
  • ist mit seinem Troll Verhalten daran beteiligt, dass Sie sich gestresst fühlen und öfters krank werden (vgl. Immunsystem und Psychoneuro-Immunologie).

Sie finden übrigens alle Beiträge und Videos zum Troll hier auf BossImKopf.de auf meinem YouTube Kanal BossImKopf.

Viel Spaß beim Anschauen :-)

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :-)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Troll   

Kommentare

  1. Stephan schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    dank Ihrer Website und Ihrer Videos konnte ich mich von zwanghaften und sich ständig wiederholenden Gedanken und Angstgefühlen befreien, vielen Dank dafür.

    Da ich mich immer seltener in Drama durch den Troll reinziehen lasse, ist mir in letzter Zeit folgendes aufgefallen: Immer wenn ich doch nochmal in einer Geschichte festhänge, hatte ich vorher leichte körperliche Beschwerden wie beispielsweise Bauchschmerzen.

    Ist es möglich, das der Troll leichte körperliche Beschwerden hervorrufen kann, um dann zu versuchen mich in eine Geschichte (Ich bin bestimmt ernsthaft krank) reinzuziehen?

    Oder stellt der Troll diese Frage ;) ?

    Liebe Grüße

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Stephan,

      danke für Ihr Feedback.

      Mit zunehmender Bewusstheit (Achtsamkeit) erhöht sich häufig auch die (Körper-)Wahrnehmung, was der Troll anfangs gerne auch nutzt, um wieder Drama zu schüren.

      Menschen, die also schon ein bisschen Boss im Kopf sind, können bspw. (ganz normale) körperliche Empfindungen oder auch automatische Gedanken und Gefühle jetzt bewusster wahrnehmen.

      Einerseits ist das eine wichtige Voraussetzung, um auch den Troll in sich besser erkennen zu können. Wenn man jedoch vorübergehend (gerade zu Beginn auf dem Weg zu mehr Boss im Kopf und z.B. durch Stress) abgelenkt ist, besteht andererseits auch die Gefahr, dass der Troll um diese körperlichen Reaktionen eine Geschichte wickelt.

      Bleiben Sie also weiterhin acht- und wachsam auf Ihrem Weg zu mehr Boss im Kopf :-)

  2. Andrea C. schreibt:

    Liebe Franziska,

    Wie immer ein sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank dafür:).

    Ich habe es fast ausschließlich deiner Arbeit zu verdanken, dass es mir nach ca 5-6 Jahre andauernder mal starker mal weniger starker Angststörung und Grübeln sehr viel besser geht und ich immer mehr “gesünder” bzw bewusster denke bzw mit den Gedanken umgehe. Dafür 1000Dank!:):)

    Was mir vor allem in letzter Zeit verstärkt aufgefallen ist, ist dass ich mich irgendwie noch garnicht so richtig daran gewöhnt habe, wieder gesund bzw gesünder zu sein und ich manchmal, wenn ich im hier& jetzt bin und in Situationen, die früher Ängste getriggert haben, keine mehr auftreten ich das Gefühl habe das “etwas nicht stimmt” bzw. “fehlt” einfach weil es irgendwie noch ungewohnt ist nicht mehr so zu reagieren. Hast du hier vllt einen Tipp?

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hamburg

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Andrea,

      ich freue mich, dass es Dir auf Deinem Weg zu mehr Boss im Kopf immer besser geht.

      Da geht es Dir wie den meisten Menschen, die Ihr Negatives abgebaut haben. Wenn das dadurch entstandene “Loch” nicht mit etwas anderem (am besten etwas Positives) aufgefüllt wird, macht sich der Troll wieder auf die Suche nach dem Gewohnten.

      Deshalb empfehle ich Dir täglich das Frieden- oder Dankbarkeitstagebuch zu führen und regelmäßig den Wohlfühlanker auszulösen.

      Mit der Zeit brauchst Du dann immer weniger “Drama” und hältst mehr und mehr gute Gefühle aus :-)

  3. Isabella schreibt:

    Liebe Franziska,

    vielen herzlichen Dank dass du dir wieder die wertvolle Arbeit gemacht hast, einen so tollen Artikel zu schreiben!

    Wie schaut es denn aus bzgl. einem Buch oder ähnlichem? Falls ich mich richtig erinnere, habt ihr in einem der letzten Livestreams einmal erwähnt, dass du dabei bist etwas zu schreiben? falls ich mich da irre, entschuldige bitte :-)

    Ganz liebe Grüße

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Isabella,

      danke für Dein Feedback :-)

      Zugunsten anderer Projekte pausiert mein Troll Buch momentan, eine Veröffentlichung ist jedoch für nächstes Jahr geplant.

      Zusätzlich erstelle ich gerade einen Youtube Troll-Leitfaden, den Troll Interessierte und Troll Neulinge voraussichtlich schon nächsten Monat (Dezember 2018) auf BossImKopf.de erwerben können.

      Und nicht zuletzt wird der Troll auch in der privaten Fragen & Antworten Online Runde nicht zu kurz kommen :-)

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