Bewusster durch Fasten – Wie Sie Ihren Perfektionismus erkennen und überwinden

von  Franziska Luschas

BossimKopf-Fasten-Tagebuch-Tag-12+13-Perfektionismus-Luschas14 Tage Video Fastentagebuch – Tag 12 +13

Nach der Thai-Massage, die ich mir an meinem 12. Fastentag in der Früh gönne, fühle ich mich entspannt, aber auch schlapp.

Nachmittags entscheide ich mich, anstatt des geplanten Spaziergangs inkl. Fasten-Videodreh, ins Bett zu gehen.

Ganz so einfach wie das jetzt klingt war es aber nicht, denn vorher hatte sich mein perfektionistischer Anteil zu Wort gemeldet

“Das kannst du doch nicht machen, du wolltest jeden Tag ein Video drehen.”

“Das ist jetzt schon das zweite Mal während deiner 14-Tage-Fasten-Herausforderung!”

“Du willst doch den Leuten ein Vorbild sein.”

“Wie sieht das denn aus”

Warum wir perfekt sein wollen

Durch eine leichte körperliche Anspannung bemerkte ich diesen Stress auslösenden Gedanken jedoch relativ schnell. Ich musste sogar darüber schmunzeln, mit welchen cleveren Tricks das konditionierte Ego versucht, mich immer wieder in die Perfektionismus-Falle hineinzuziehen :-)

Vom konditionierten Ego spreche ich deswegen, weil wir normalerweise nicht als Babys auf die Welt kommen und alles perfekt machen wollen.

Sondern im Laufe unseres Lebens werden wir vor allem sozial “programmiert”. Dafür sorgen jede Menge sogenannter Vorbilder aus Kino und Fernsehen, Freunde, Ausbilder, die gut gemeinte Erziehung unserer Eltern, aber auch zahlreiche gesellschaftliche und kulturelle Programmierungen.

In manchen Familien ist die Erwartungshaltung höher und die Kinder werden schon sehr früh zum Perfektionismus angehalten. Zuneigung und Anerkennung gibt es häufig erst nach vollbrachter Höchstleistung.

Oftmals sind es unzufriedene (oder anders formuliert: mit sich nicht zufriedene) Elternteile, die ihre überzogenen Erwartungen gegenüber ihren Sprösslingen sehr subtil mitteilen:

“Das hast du gut gemacht, aber hast du nicht gerade gesagt, dass auch jemand in deiner Klasse eine Eins hatte?”

“Gut gemacht, aber vielleicht kannst du dich das nächste Mal noch ein bisschen mehr anstrengen.”

“Dir geht es heute nur so gut, weil ich mein Leben lang hart dafür gearbeitet habe.”

Und dann gibt es auch einige Männer und Frauen, die aus – wie sie es selbst beschreiben – “asozialen” Familien kommen.

Sobald sie älter werden, arbeiten sie hart, um “da rauszukommen”. Dafür sind sie bereit, permanent über ihre Grenzen zu gehen. Das rächt sich natürlich irgendwann, in der Regel schon ab Mitte 30 oder sogar noch früher.

Natürlich gibt es noch unzählige andere (kombinierte) Ursachen für den übertriebenen Selbstanspruch. Im Großen und Ganzen ist Perfektionismus jedoch eine Art kindliche Bewältigungsstrategie, mit der viele Erwachsene heute noch versuchen, sich die “Liebe und Anerkennung” zu holen, die sie als Kind vermisst haben.

Woran Sie Perfektionismus erkennen können

Wenn wir gelernt haben, dass wir nur vorankommen, indem wir regelmäßig über unsere Grenzen gehen, dann hinterfragen wir unseren Perfektionismus nicht. Wir würden es nicht einmal Perfektionismus nennen. Und manchmal wird der Perfektionismus sogar zur Sucht.

Denn es fühlt sich so gut an, wenn wir von anderen gelobt und bewundert werden, alles natürlich auf Kosten unserer Gesundheit, oftmals auch unserer Beziehungen.

Dabei ist die Angst zu versagen, Fehler zu machen oder nicht gut genug zu sein so stark, dass wir trotz zunehmender körperlicher und psychischer Belastungen so weitermachen wie bisher.

Wie kommen wir also aus unserem Perfektionismus raus?

Um sich aus der Perfektionismus-Falle zu befreien, müssen Sie Ihren Perfektionismus in seinen verschiedenen Formen erst erkennen.

Neigen Sie zu Perfektionismus? Perfektionismus Test

BossimKopf-Fasten-Tagebuch-Tag-12+13-Perfektionismus-Falle-LuschasDie folgenden Fragen setzen sich zusammen aus Psychologie Wissen und über 

6.500 Stunden Praxiserfahrung als Psychologin und Dozentin. 

Mit diesen Fragen möchte ich Sie auf schädliche Verhaltensmuster aufmerksam machen.

Perfektionismus ist häufig eine Folge von niedrigem Selbstwertgefühl. Deshalb treffen die Fragen auch auf Menschen mit wenig Selbstbewusstsein zu.

Wenn Sie mehr als 4 Fragen mit “JA” beantworten, dann achten Sie in Ihrem Alltag bewusst darauf, inwieweit sich Ihr negatives Selbstbild bzw. Ihr überhöhter Anspruch ungünstig auf Ihr Leben auswirkt.

  1. Bin ich davon überzeugt, dass ich nur erfolgreich sein kann, indem ich mir alles hart erarbeite?
  2. Mache ich etwas besonders oft, weil ich weiß, dass es anderen gefällt?
  3. Bin ich häufig unzufrieden mit meinen Leistungen?
  4. Fällt es mir schwer, vor anderen, Fehler zuzugeben?
  5. Fühle ich mich schnell kritisiert?
  6. Brauche ich deutlich mehr Zeit für die gleiche Arbeit als andere?
  7. Fühle ich mich häufig ausgelaugt und erschöpft?
  8. Hält meine Zufriedenheit nach “perfekt” erledigter Arbeit nur kurz an?
  9. Übernehme ich häufig Aufgaben von anderen?
  10. Gibt es Dinge, die ich lieber gleich sein lasse, weil ich weiß, dass ich darin nicht gut genug bin?
  11. Habe ich öfters Angst bei ungewohnten Aufgaben zu versagen?
  12. Behandle ich mich schlecht, wenn ich Fehler mache?
  13. Konzentriere ich mich eher auf das, was mir (noch) nicht so gut gelingt?
  14. Fällt es mir schwer, mich über ernstgemeintes Lob oder Anerkennung zu freuen?
  15. Fühle ich mich anderen oft unterlegen?
  16. Fällt es mir nach der Arbeit schwer abzuschalten?
  17. Fühle ich mich oft angespannt und nervös?
  18. Bin ich sehr unsicher, wenn es darum geht, (wichtige) Entscheidungen zu treffen?
  19. Denke ich häufig in Alles-oder-Nichts-Kategorien?
  20. Bringe ich mich häufig an meine Grenzen?
  21. Habe ich oftmals das Gefühl, dass das was ich leiste, noch nicht gut genug ist?

Wie Sie Ihren Perfektionismus überwinden können

Studien haben ergeben, dass Menschen mit einem hohen Perfektionismus-Anspruch zu psychischen Störungen, wie Burnout, Depression, Ängste oder Süchten neigen.

Die Ursachen für diese Störungen liegen aber oftmals viel tiefer in der Kindheit, so dass es manchmal sinnvoll ist, zunächst professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wenn Sie sich jedoch ausreichend motiviert und stabil fühlen, dann testen Sie die folgenden Empfehlungen, die schon vielen Menschen geholfen haben, ihren Perfektionismus Schritt für Schritt zu überwinden:

  1. Legen Sie sich zuerst einen Selbst-Coaching-Ordner an.
  2. Kopieren Sie den gesamten Beitrag in ein Textverarbeitungsprogramm, zum Beispiel in Word, und drucken Sie den Beitrag aus.
  3. Lesen Sie den Beitrag sorgfältig durch und markieren Sie wichtige Textstellen.
  4. Schauen Sie sich dann das Video in einem Rutsch einmal komplett an.
  5. Schauen Sie sich das Video (später) ein weiteres Mal an und machen Sie sich dazu Notizen, beispielsweise in Word.
  6. Lesen Sie Ihre Notizen regelmäßig durch und ergänzen Sie diese.
  7. Beginnen Sie bei unwichtigeren Aufgaben, weniger Aufwand reinzustecken (z.B. anstatt Ihre Email 5x zu überprüfen, lesen Sie sie nur noch 2x). Überprüfen Sie dann, ob sich dieses Vorgehen tatsächlich so negativ auf das Ergebnis auswirkt, wie Sie befürchtet hatten.
  8. Behandeln Sie sich selbst wie einen guten Freund, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Gehen Sie fair mit sich um.
  9. Stellen Sie sich neuen Herausforderungen. Machen Sie etwas, was Sie schon immer tun wollten, z.B. malen, Italienisch lernen, Geschichten schreiben. Nehmen Sie sich täglich, vielleicht 15 bis 30 Minuten Zeit dafür und lassen Sie sich nicht davon abbringen.

Hier auf BossImKopf finden Sie weitere hilfreiche kostenlose Videos, Beiträge mit vielen praktischen Psychologie Tipps und konkreten Anleitungen, die Ihnen dabei helfen, alte schädliche Verhaltensmuster erfolgreich zu verändern.

BossImKopf Fastentagebuch Video – Mehr Frieden und Lebensfreude durch weniger Perfektionismus

Die meisten meiner Klienten, Coachees und Kursteilnehmer erzielen tiefere Einsichten, schnellere und nachhaltigere Ergebnisse, wenn sie das BossImKopf Selbsthilfe Training möglichst ohne Ablenkung ansehen und gleich Notizen dazu machen:

In meinem 11. Fastentagebuch Video erfahren Sie,

  • warum es so wichtig ist, an dem dranzubleiben, was Sie wirklich weiterbringt.
  • dass es vor allem im Fasten sinnvoll ist, dass Sie auf Ihren Körper hören.
  • warum Perfektionismus weder Ihrem Körper noch Ihrer Psyche gut tut.
  • die häufigsten Gründe für Perfektionismus.
  • dass Perfektionismus dazu führt, dass Sie sich psychisch und körperlich überfordern.
  • warum wir oftmals nicht mehr hören können, was uns unser Körper sagt.
  • wie Sie Ihren Perfektionismus abbauen können.
  • was die zwei Erfolgsfaktoren für ein gesundes und glückliches Leben sind.
  • wie wichtig das Venus-Prinzip, auch während des Fastens, ist.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
Hat Ihnen dieser Beitrag oder das Video gefallen? Dann empfehlen Sie uns bzw. diesen Artikel an Ihre Freunde, Bekannte und Kollegen weiter :-)

P.P.S.
Im Kommentarbereich, weiter unten, können Sie auch Ihre Fragen, Hinweise und Erfahrungsberichte hinterlassen.