Wie Ihnen das Angst Protokoll helfen kann, negative Gedanken rechtzeitig zu erkennen

von  Franziska Luschas

Angst haben viele Menschen in irgendeiner Form. Sei es Angst, zu versagen, Angst, sich zu blamieren, Angst vor Ablehnung, Angst vor einer schlimmen Krankheit, Angst vor dem Tod, Angst vor anderen Menschen usw.

Oftmals leidet die Lebensqualität erheblich darunter. Angst wirkt sich in der Regel negativ auf unsere Beziehungen aus, schränkt unsere Leistungsfähigkeit ein, Abenteuerlust und Lebensfreude gehen gewöhnlich verloren.

Auch unser Körper reagiert auf Angst. Häufige Symptome sind Anspannung, Herzklopfen, innerer Unruhe, Zittern, Schwindel, Druck, Kribbeln, Taubheit, Übelkeit, belegte Stimme, Schwere, Durchfall oder häufiges Wasserlassen.

Das alles ist ziemlich belastend für die Betroffenen und so verwundert es kaum, dass ich fast täglich in E-Mails und Kommentaren  gefragt werde, wie man sich von der Angst am besten befreien kann.

Deshalb habe ich eine BossImKopf Angsthilfe-Serie gedreht, in der Sie erfahren, wie Sie typische Angstgedanken rechtzeitig erkennen, verändern und wie Sie positive (angstfreie) Gedanken entwickeln können.

Damit Sie wissen, was Ihnen wirklich Angst macht

Viele Leute wissen normalerweise vor was sie Angst haben, aber meistens handelt es sich hier um einen nicht greifbaren Wust von Angst-Gedanken und Gefühlen bzw. körperlichen Reaktionen. Aus meiner Erfahrung erschwert dieses undefinierbare Angstknäuel eine zielgerichtete und systematische Angstbearbeitung und ist deswegen wenig erfolgsversprechend.

Eine ziemlich reflektierte und psychisch stabile 37-jährige Klientin von mir hatte beispielsweise große Angst, unheilbar krank zu sein. Jedes Mal, wenn sie Kopfschmerzen hatte, dachte sie sofort an einem Schlaganfall oder Gehirntumor und wenn ihr Herz schneller schlug, meinte sie einen Herzinfarkt zu haben, obwohl sie sich regelmäßig medizinisch untersuchen ließ.

In der ersten Sitzung fragte ich sie, was ihre größte Angst sei. Ihre Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: “Eine schlimme Krankheit zu haben”.

Innerhalb der 2 Wochen, in denen sie fast täglich ihr Angst-Protokoll geschrieben hatte, war ihre Angst für sie immer greifbarer und damit konkreter geworden.

Indem Sie regelmäßig Ihre Angst-Gedanken und -Gefühle beobachtete und sortierte, wurde ihr immer bewusster, dass sie weniger Angst vor einer Krankheit hatte, als die Angst, ihre beiden Kinder im Stich zu lassen, wenn sie sterben würde.

Bereits nach 1 Woche bemerkte sie zunehmend früher und öfter, wenn sie sich gedanklich wieder in einem “Angstfilm” befand. “Früher”, so sagte die 37-Jährige, “war die Angst einfach da und ich wusste gar nicht richtig, was los war. Das machte mir noch mehr Angst.”

Zum Glück handelt es sich nicht immer um solche drastischen Ängste, bei der ggf. eine professionelle Unterstützung, wie die wissenschaftlich fundierte Kognitive Verhaltenstherapie, sinnvoll sein kann.

Warum es wichtig ist, dass Sie Angstauslöser rechtzeitig erkennen

Bei vielen “Ängstlern” ist die Angst “plötzlich” da. Noch bevor sie bewusst an etwas denken, spüren sie ihre Angst überall im Körper.

Dieser hilflose Zustand triggert typische Angstgedanken, “Oh mein Gott, was ist, wenn ich jetzt umkippe.”, “Was passiert mit mir? Es wird immer schlimmer.”, “Ich kann nichts dagegen tun.”, “Was mache ich, wenn ich das nie mehr weggeht.” usw.

Der Körper reagiert natürlich auf diese Gedanken mit noch mehr Angstgefühlen.

Das ist die schlechte Nachricht, die Sie vielleicht schon kennen.

Aber wenn Sie den automatisierten Angst-Kreislauf immer wieder unterbrechen und dafür zum Beispiel eine gezielte Entspannung, wie die X Prozess Grundtechnik durchführen, schrumpft das alte Angstmuster im Gehirn mehr und mehr weg.

Das ist die gute Nachricht, die wissenschaftlich sogar sehr gut belegt ist.

Denn unser Gehirn ist plastisch, was nichts anderes heißt, dass sich selbst alte Hirnstrukturen verändern können, wenn wir bewusst und regelmäßig etwas anders als bisher machen.

Gerade weil das anfangs ungewohnt ist und häufig noch mehr Angst macht, ist es wichtig, dass Sie sich Ihrer Angst gezielt und dosiert (ggf. mithilfe professioneller Unterstützung) stellen und sie gezielt unterbrechen sowie durch positive Alternativen ersetzen lernen.

Beispielsweise können Sie Ihre Angstgedanken mit The Work von Byron Katie hinterfragen und Angstgefühle mit der X Prozess Grundtechnik gezielt unterbrechen. Mehr dazu erfahren Sie auch in den nächsten Teilen dieser BossImKopf Angsthilfe-Serie.

Aber so weit muss es erst gar nicht kommen. Umso früher Sie nämlich die typischen Angstgedanken und Gefühle wahrnehmen, desto größer ist die Chance, dass Sie erst gar nicht in den gewohnten Angststrudel hineingezogen werden.

Das erfordert jedoch eine hohe Wachsamkeit bzw. Aufmerksamkeit. Eine Möglichkeit, Ihre Aufmerksamkeit zu trainieren, ist das regelmäßige Führen eines Angst-Protokolls, was sich übrigens auch bei vielen anderen negativen Gedanken und Gefühlen bewährt hat.

Weitere wirksame Methoden, wie Sie immer mehr Bewusstheit und Achtsamkeit aufbauen können, erfahren Sie in den weiteren Folgen meiner BossImKopf Angsthilfe Serie.

Hier können Sie das Angst-Protokoll als PDF Datei herunterladen

Das Angst-Protokoll hilft Ihnen jedoch nicht nur bei Angst, sondern schärft Ihr Bewusstsein praktisch für jede Art von negativen Gedanken und Gefühlen. Viele Menschen denken beispielsweise automatisch negativ, weil sie es so gelernt haben. Negative Gedanken und Gefühle sind dann so normal für sie, dass sie sie nicht oder erst sehr spät bemerken.

Zum Beispiel schreibt ein Youtube Zuschauer in seinem Kommentar: “Ihr Protokoll habe ich gemacht, nicht spezifisch auf Angst, sondern was ich so denke. Na da kamen negative Sachen heraus, über die ich total überrascht war.”

“Ich bin jetzt nicht so die Ängstlerin, eher leicht missmutig, teilweise launisch und oftmals auch aufbrausend. Wäre da ein Protokoll auch sinnvoll?”, fragt eine andere Dame.

Meine Antwort lautet JA, denn das Angst-Protokoll oder das Gedanken-Protokoll hilft Ihnen dabei, automatisierte Gedanken immer früher zu bemerken. Erst dadurch haben Sie überhaupt eine Chance, Ihre negativen Gedanken gezielt zu verändern und zu verringern.

Für Menschen mit länger anhaltenden oder stärkeren Ängsten kann eine professionelle Hilfe, wie zum Beispiel die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Psychotherapieform der Wahl, sinnvoll sein. Auch die KVT arbeitet übrigens mit Gedankenprotokollen.

Und bevor Sie das Angst-Protokoll herunterladen, hier noch ein hilfreicher BossImKopf Tipp:

Verankern Sie sich – während Sie das Angst-Protokoll ausfüllen – mit einem Teil Ihrer Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt. Das kann Ihr Atem sein, Ihre rechte Hand, Ihre beiden Füße. Oder Sie konzentrieren sich auf die Berührung mit dem Boden, der Sitzfläche, der Tastatur, dem Touch-Screen usw.

Und für Fortgeschrittene

Sagen Sie sofort zu sich, “Es ist nur ein Gedanke. Es ist nur ein Gefühl” oder “Ich bin nicht meine Gedanken. Ich habe Gedanken.  bzw. Ich bin nicht mein Gefühl. Ich habe ein Gefühl.”, sobald Sie sie bemerken.

Damit verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in den Angstgedanken bzw. -gefühl reingezogen werden und die Angstkette verstärken.

Auch das ist eine Übungssache. Bleiben Sie also dran, es lohnt sich!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und freue mich über Ihre Erfahrungen :-)

Das Angsthilfe Video: Wie Ihnen das Angst-Protokoll helfen kann, Ängste bewusster wahrzunehmen

Wie bereits oben erwähnt, kann Ihnen das Angst- bzw. Gedanken-Protokoll dabei helfen, negatives Denken und Fühlen bewusster wahrzunehmen. Dadurch erkennen Sie auch immer klarer und früher den Zusammenhang zwischen Ihren Gedanken, Ihren Gefühlen und Ihrem Verhalten.

Das bewusste Wahrnehmen Ihrer “Innenwelt” ist jedoch nur der erste Schritt zu mehr Boss im Kopf. Damit sich Ihre Ängste verringern, ist es wichtig, dass Sie sie immer wieder unterbrechen und etwas anderes machen.

Erst dadurch schrumpfen die Angstbahnen im Kopf weg und Sie können mehr Gelassenheit und Lebensfreude entwickeln. Mehr dazu erfahren Sie im 2. Teil der BossImKopf Angst-Serie.

In diesem BossImKopf Video (Teil 1) erfahren Sie,

  • warum ein Angst-Protokoll hilfreich sein kann.
  • wie Sie Ihre persönlichen Angstauslöser kennenlernen.
  • wie sich Angst auf Ihren Körper auswirken kann.
  • was typische Angstgedanken sind.
  • warum es Ihnen hilft, zwischen Gedanken und Gefühlen zu unterscheiden.
  • dass sich Angstgedanken und Angstgefühle gegenseitig verstärken.

Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte sie erfolgreich die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

P.S.
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P.P.S.
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Kommentare

  1. Christin schreibt:

    Ja, danke jetzt ging es auch!

  2. Christin schreibt:

    Hallo Frau Luschas,

    herzlichen Dank für Ihre wahnsinnig kompetenten Ausführungen. Ich habe seit dem ich auf Ihre Seite gestoßen bin wahnsinnig viele Erkenntnisse erhalten, obwohl ich auch wirklich mich schon lange mit dem Thema beschäftige. Danke, dass Sie es kostenlos möglich machen, sich selbst zu helfen und Sie sich dabei soviel Mühe geben! Machen Sie weiter so!!! An der Stelle wollte ich noch kurz anmerken, dass sich das Angstprotokoll nicht öffnen lässt. Ich denke die Verlinkung ist fehlerhaft, da ich immer zu einem anderen Beitrag weitergeleitet werde. VG

    • Franziska Luschas schreibt:

      Hallo Christin,

      es freut mich, dass Ihnen BossImKopf hilft, bewusster zu werden :-)

      Ich konnte übrigens das Angst-Protokoll in zwei verschiedenen Browsern, mit einem Klick auf den Link, ohne Probleme herunterladen.

      Vielleicht hilft ein anderer Browser wie Chrome oder Firefox?

      Grüße aus dem schönen Fürth