Angst und Panik durch automatisches Kopfkino – Wie Sie schnell wieder ins Hier und Jetzt kommen

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Gestern wanderten mein Mann und ich zum Königsstand (1453m) oberhalb von Garmisch-Partenkirchen.

Nach knapp 1 Stunde Aufstieg bogen wir auf den steileren und anstrengenderen “Maurersteig” ab. Es ging in den ersten 30 Minuten durch einen unmarkierten Waldpfad steil aufwärts.

Umso weiter wir aufstiegen, desto felsiger und steiler wurde es, bis wir uns plötzlich auf einem ca. 20 cm “breiten” Pfad befanden, wo es links von uns ungesichert Hunderte von Metern in die Tiefe ging.

Raus aus dem Drama im Kopf und rein in die Realität

Nach einer kurzen Lagebesprechung einigten wir uns darauf, weiterzugehen. Denn mein Mann ist eh schwindelfrei und trittsicher (in der Schweiz geboren, verbrachte er schon als Kind viel Zeit beim Klettern in den Alpen) und ich glaubte das auch zu sein.

Aber als der schmale Pfad immer steiler wurde und wir auch in der Wand nach oben klettern mussten, drängten sich mir komische Gedanken auf.

Mit zunehmender Schwierigkeit bemerkte ich, wie sich mein ‘inneres Selbstgespräch’ von “Oh, ist das schön”, “Wir sind hier ja ganz alleine” hin zu “Wenn du hier einen falschen Schritt machst, das war’s”, “Das ist ja lebensgefährlich”, “Was ist, wenn ich ausrutschen sollte?” veränderte.

Den Steig wieder langsam abzusteigen, mit permanenten Blick in die Tiefe, war keine Option für mich.

Bald begann mein Körper auf meine negativen “Was-wäre-wenn” Vorstellungen zu reagieren. Mein Herz schlug schneller, meine Handflächen wurden feucht und mir wurde leicht schwindelig. Ich bekam Angst.

“Das ist jetzt gar nicht gut”, dachte ich mir.

Also klammerte ich mich mit einer Hand an einem Felsen fest und “klopfte” mit der anderen Hand “Ich lasse die Angst los- und gehen …” (= XProzess Entspannung).

Schon nach einigen Minuten war ich wieder klarer im Kopf. Mein Körper entspannte sich wieder etwas. Ich hatte zwar immer noch ein bisschen Angst, aber ich konnte mich wieder auf den engen Pfad konzentrieren und weitergehen.

Indem ich meine Aufmerksamkeit weg von dem Kopfkino hin zur Realität lenkte, entzog ich diesen automatischen Angstgedanken die Aufmerksamkeit, die sie haben wollten. Meine Angst nahm ab, je mehr ich mich auf das Hier und Jetzt konzentrierte. Mein Fokus lag bewusst auf jeden einzelnen Schritt, den ich wieder sicher in Richtung Königsstand setzte.

100 % Angst und Entspannung gleichzeitig geht nicht

Das Prinzip dahinter nennt sich übrigens ‘Reziproke Hemmung’ und bedeutet so viel wie  gegenseitige Blockierung. Das heißt beispielsweise, dass Sie nicht zu 100% gleichzeitig Angst haben und entspannt sein können.

Wenn Sie sich mehr entspannen, dann sinkt die Angst. Das gilt auch umgekehrt: Mit zunehmender Angst verringert sich die Entspannung.

In meiner Situation konnte ich es mir einfach nicht leisten, meinen Katastrophengedanken nachzuhängen, in ihnen zu verweilen und dann auch noch die Angst hochkommen zu lassen, denn ich musste mich zu 100% auf den Weg, auf jeden einzelnen Schritt konzentrieren.

Als wir dann endlich am Königsstand ankamen, war ich erleichtert, aber auch stolz auf mich, dass ich mich in einer nicht gerade ungefährlichen Situation (machen Sie das nicht nach ;) ) bewusst entspannt und mein automatisches Kopfkino unter Kontrolle gebracht hatte. 

Und wenn ich es in meinem Bespiel geschafft habe, dann können Sie das auch. Es braucht natürlich seine Zeit und auch viel (tägliche) Übung, um mehr Boss im Kopf zu werden, aber für uns alle gilt: So wie wir unser Gehirn nutzen, so formt es sich auch (= Neuroplastizität).

Und wenn Sie noch ein bisschen mehr Inspiration, Motivation und einen weiteren Erfahrungsbericht brauchen, um auf Ihren Weg zu mehr Boss im Kopf sanft, beharrlich und bewusst voranzuschreiten, dann empfehle ich Ihnen meinen neusten Artikel zu lesen:

https://bossimkopf.de/veranderung-ist-moglich-sie-konnen-ihr-denken-fuhlen-verhalten-andern-um-besser-und-angstfreier-zu-leben/

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der Weg lohnt sich :-)

BossImKopf = Klarer denken, besser fühlen, bewusster leben

Franziska Luschas
Diplom Psychologin

Biographie Profilbild Diplom Psychologin und KVT Trainerin Franziska Luschas auf HeilpraktikerErfolg
Franziska Luschas studierte Psychologie. Danach absolvierte Sie die 5-jährige Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin am IVS Fürth. Seit 2006 hilft sie ihren Klienten "Boss im Kopf" zu werden. Ihre Arbeitsweise ist integrativ, durchaus unbequem und wirksam. Sie liebt die Natur, lebt umweltfreundlich u. unterstützt den Tierschutz.

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Artikel in:  Angsthilfe