Akzeptieren Sie das (zunächst) Unveränderliche, um mehr Klarheit und Kraft für Veränderungen zu haben

Ich bin mit meinem Leben mehr als zufrieden und oftmals fühle ich mich ohne ersichtlichen Grund richtig glücklich. Und obwohl es in der Welt manchmal drunter und drüber geht, kann ich heute relativ gelassen damit umgehen.
Nein, das rede ich mir nicht ein. Und ja, auch ich habe großes Unglück, schwere Krankheit und herbe Verluste erfahren müssen.
Heute möchte ich Ihnen an meinem eigenen Beispiel zeigen, wie ich eine schwere Krise mithilfe eines guten Mentors überwand.
Er begleitete mich durch diese schwere Zeit und half mir, meine blockierenden Gedanken und negativen Gefühle zu erkennen bzw. zu verändern.
Ich habe Glück, denn bei meinem Mentor handelt es sich gleichzeitig um Uwe, meinen Mann und besten Freund.
Durch seine Unterstützung lernte ich während meiner größten Krise Demut und Widerstandlosigkeit. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich leben darf und freue mich auf jeden neuen Tag.
Doch wie habe ich das geschafft?
Oftmals ist der Kampf gegen das was ist, ein Kampf gegen sich selbst
Durch eine schwere Krankheit wurde ich vor einigen Jahren lange Wochen ans Bett gefesselt und konnte mich kaum bewegen. Sobald ich meinen Kopf auch nur für einige Zentimeter anhob, wurde mir schwindelig und übel. Selbst fernsehen war zu anstrengend und ich war froh, wenn ich erschöpft für einige Zeit einschlief.
Anfangs kämpfte ich noch verbissen dagegen an und ich war eine wirklich geübte Kämpferin. Doch es wurde immer schlimmer. Die Ärzte konnten mir nicht helfen, nicht einmal Schmerzmittel hatten die gewünschte Wirkung.
Uwe fragte mich immer wieder, was ich mir von meinem Widerstand erhoffe.
“Ich will nicht den Rest meines Lebens ein Pflegefall sein”, antwortet ich ihm darauf meistens trotzig.
Ich war wütend auf meinen schwachen Körper, der mir immer weniger gehorchte. Zwischendurch suhlte ich mich in Selbstmitleid und es gab Zeiten, da gab ich mich meinen depressiven Gefühlen hin.
Ich erkannte mich selbst nicht wieder.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich naiv geglaubt, dass mir nie etwas Schlimmes passieren könnte und so lebte ich auch. Mein Motto war “kurz, aber intensiv”. Dementsprechend häufig ging ich an und über meine Grenzen.
Warum Sie Krisen nutzen sollten, um alte Leidensmuster zu unterbrechen
In Zeiten, in denen es mir besonders schlecht ging, führte mich mein Mentor mental durch die X Prozess Grundtechnik. Unter großer Anstrengung schaffte ich es mal mehr, mal weniger gut, die starken negativen Gefühle zu unterbrechen.
Aber ich wurde dadurch zunehmend klarer im Kopf und erkannte immer mehr, dass ich mich nach jedem Kampf nur noch elender fühlte.
Allmählich verstand ich, was mein Mann meinte, wenn er sagte:
“Jeder Kampf, den du führst, ist letztendlich ein Kampf gegen dich selbst. Du kannst dabei nicht gewinnen.”
Ich fing an, meinen geschwächten Körper nicht mehr als Feind anzusehen, sondern erkannte die Botschaft in dieser Erkrankung. Gleichzeitig kehrte mehr Ruhe in meinen Körper (und Geist) ein.
Heute bin ich dankbar, dass mich meine Krankheit dazu zwang, eine drastische Entscheidung zu treffen.
Entweder weiter gewohnheitsmäßig gegen etwas anzukämpfen oder meine Angst zu überwinden und die Realität so anzunehmen, wie sie gerade ist.
Wenn Sie sich Hilfe suchen und annehmen, ist das ein Zeichen von Stärke und Mut
Ob ich diese Herausforderung ganz alleine gemeistert hätte, bezweifle ich stark.
Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu suchen, wie uns eine gestörte Gesellschaft (lesen Sie dazu ein Geschichtsbuch oder schauen Sie einfach die heutigen Nachrichten) oft weismachen will.
Im Gegenteil, das mutige Erkennen und realistische Eingestehen, dass man mit den alten Strategien alleine nicht mehr weiterkommt, zeugt von innerer Stärke und ist ein erster Schritt in Richtung Frieden und Freiheit.
Beginnen Sie deshalb noch heute, den gewohnten Widerstand gegen das was ist, Schritt für Schritt zu verringern.
Nutzen Sie die freigesetzte Energie, die Sie bisher im Kampf gegen etwas verbrauchten und setzen Sie sie gezielt für etwas ein.
Durch diese Lösungsorientierung (anstatt der üblichen Problemorientierung) steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Leben erfüllter, friedlicher und glücklicher wird.

Fünf bewährte Schritte zur mehr Gelassenheit und Lebensfreude
Die folgende bewährte Anleitung hat schon vielen Menschen dabei geholfen, ihren inneren Widerstand abzubauen und gelassener mit Stress umzugehen:
- Spüren Sie mehrmals täglich bewusst in Ihren Körper hinein und achten Sie darauf, ob Ihr Nacken (Schultern, Kiefer, Bauch) gerade angespannt ist. Sie können sich bspw. von der Weckfunktion Ihres Handys morgens, mittags und abends oder stündlich erinnern lassen.
- Fragen Sie sich dann ehrlich, ob Sie das – was Sie gerade tun – mit Freude (Begeisterung) machen oder zumindest akzeptieren können. Fahren Sie bei einem “JA” mit dem fort, was Sie gerade tun
- Falls Ihre Antwort “Nein” ist, fragen Sie sich: “Kann ich das, was gerade ist, jetzt verändern?”
- Wenn Ihre Antwort “JA” ist, dann überlegen Sie, wie Sie die Situation am besten verändern können und tun Sie es möglichst auch.
- Wenn Ihre Antwort “Nein” ist, dann machen Sie das, was getan werden muss (Hausarbeit, Job, Warten an der Kasse, U-Bahn Fahrt). Bleiben Sie dabei so aufmerksam wie möglich (das heißt ohne inneren Widerstand, ohne negative Bewertung, ohne negative Gedankenschicht). Hilfreich ist dabei, wenn Sie sich auf Ihren Atem, ein Körperteil konzentrieren oder die Rückwärtszähl-Übung machen.
- Wenn Sie die Situation zwar verändern könnten, aber nicht verändern wollen, dann akzeptieren Sie diese Entscheidung. Beobachten Sie Ihre gewohnten Gedanken und Gefühle, aber lassen Sie sich nicht davon hineinziehen. Die Mauseloch-Übung, die Wer-Frage oder das (gedankliche) “Tippen” sind sehr gute Übungen, um diese alten Muster wirksam zu unterbrechen.
- Falls Sie die Situation nicht verändern und akzeptieren können (siehe 3.2), dann akzeptieren Sie Ihre Nichtakzeptanz: “Ich akzeptiere, dass ich mich gegen etwas wehre, was ich nicht verändern kann.”
Wenn Sie diese Schritte immer wieder einüben, dann ist die Chance groß, dass Ihr Leben leichter, einfacher und zufriedener wird.
Das BossImKopf Video: Wie Sie gelassener und zufriedener statt genervt sind
In meinem BossImKopf Video erfahren Sie,
- dass Gedanken nicht das Gleiche wie die Realität sind.
- dass Gedanken häufig nicht einmal wahr sind.
- an einem guten Beispiel von Eckhart Tolle, was es bedeutet, nicht zu bewerten.
- dass wir uns entsprechend schlecht fühlen, wenn wir unseren negativen Geschichten im Kopf glauben.
- dass wir gelernt haben, über die Realität (das, was gerade ist), noch eine negative Gedankenschicht zu legen.
- woran wir merken, dass wir negativ denken.
- wie Sie Ihre Gedanken beobachten lernen können.
- wie Ihr Körper Sie auf negatives Denken aufmerksam macht.
- wie wir lernen können, das Unvermeidbare leichter anzunehmen.
- dass wir oft über andere nachdenken (uns in den Angelegenheiten anderer befinden), anstatt unsere Probleme zu lösen.
Um das Video zu starten, klicken sie ein- oder zweimal auf das Bild unterhalb dieses Textes. Mit einem erneuten Klick können Sie jederzeit pausieren und wieder fortfahren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Boss im Kopf werden und bleiben Sie dran, denn der richtige Weg lohnt sich :)
Franziska Luschas
Diplom Psychologin
P.S.
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P.P.S.
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Liebe Frau Luschas, ich verfolge Ihre Videos schon länger. Theoretisch verstehe ich das auch soweit. Ich komme aber immer nicht so richtig ins Tun. Ich lenke mich überwiegend ab, dann geht es so einigermaßen ansonsten kann ich habe die negativen Gefühle einfach nicht aushalten. Nun wurde mir eine ADHS-Diagnose gestellt und das erklärt vielleicht auch warum mir ihre Übungen schwerer fallen als neurotypische Menschen. Daher die Frage, ob sie speziell für ADHSler eine Übung haben. Wenn nicht würde ich ihnen eine Mail schreiben um mich nach einem guten Therapeuten in Wohnortnähe zu erkundigen. LG und zunächst Danke für Alles. Ihre eigene Geschichte hat mich sehr berührt.
Hallo Silke,
so wie Ihnen geht es vielen Menschen mit intensiven Gedanken und Gefühlen.
Speziell für Menschen mit ADHS ist eine regelmäßige und strukturierte Vorgehensweise in kleinen und kleinsten Schritten besonders wichtig.
Achtsamkeitsübungen können hier hilfreich sein und auch die meisten anderen BossImKopf Übungen, aber ohne professionelle Anleitung ist das schwierig.
Einen auf ADHS spezialisierten Therapeuten kann ich Ihnen leider nicht empfehlen, evtl. fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.
Als strukturierte Unterstützung kann vielleicht das praktische Buch einer von mir ausgebildeten Heilpraktikerin für Psychotherapie sinnvoll sein, dass zwar für “Ängstler” geschrieben ist, aber eine gute Anleitung bietet, um generell belastende Gedanken und Gefühle “umzustrukturieren”.
Der Titel heißt: “Glückwärts gehen: Deine Expedition – Schritt für Schritt aus Angst und Panik” und ist von Anja Altmeyer.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.
Herzliche Grüße